Freitag, 27. März 2015

Von Mailand nach Bozen

Nach einem Gastspiel in der Lombardei kehrt das Haydn Orchester unter Arvo Volmer mit Musik von Beethoven, Strawinsky und Schumann nach Südtirol zurück.

Am 31. März spielt das Haydn Orchester unter seinem Chefdirigenten Arvo Volmer im Konzerthaus Bozen – und setzt damit eine Tournee fort, die am 27. März im Auditorium von Mailand begann. Das Gastspiel in der Lombardei war Teil eines Austauschprogramms, das ein wichtiges Indiz dafür ist, wie sehr das Haydn Orchester und dessen Anspruch, die Qualität des eigenen Angebots – auf Augenhöhe mit den bedeutendsten italienischen und internationalen Konzertreihen – weiter zu verbessern, inzwischen auch jenseits der Landesgrenzen wahrgenommen wird. Am 11. November 2014 gastierte das angesehene Orchestra Sinfonica di Milano „Giuseppe Verdi” im Rahmen der Konzertsaison des Haydn Orchesters in Südtirol – im Gegenzug war das Haydn Orchester jetzt in Mailand zu hören.

In Bozen (wie zuvor in Mailand) eröffnet die wahrscheinlich erste von Ludwig van Beethovens Leonoren-Ouvertüren, die 1805 für die Uraufführung des „Fidelio“ am Theater an der Wien entstanden ist, den Abend. Es folgen Igor Strawinskys Suite aus dem Ballett Jeu de cartesund – passend zum Frühlingsbeginn – dieSymphonie Nr. 1 in B-Dur, op. 38 von Robert Schumann. Das Konzert beginnt im Konzerthaus um 20 Uhr.

Robert Schumann schrieb eine erste Symphonie im Januar und Februar 1841. Die Uraufführung am 31. März 1841 im Gewandhaus in Leipzig wurde ein großer Erfolg. „Schöner glücklicher Abend“ notiert der junge Komponist damals in sein Tagebuch. Als „Frühlingssymphonie“ bezeichnete Schumann dieses Werk. Dabei handelt es sich hier keineswegs um „Programmmusik“. Die viersätzige Form der Symphonie sollte vielmehr mit einer poetischen „Idee“ angereichert werden, die sich hier auf ein Gedicht des Lyrikers Adolf Böttger stützt. Dessen Schlusszeile „Im Thale blüht der Frühling auf“ inspirierte den Komponisten zum eröffnenden Bläsermotto. Der Frühlingsgedanke wirkt formbildend für die B-Dur-Symphonie, die in ihrer Gestaltung allerdings immer autonom musikalisch bleibt.

stol