Der Künstler, um dessen Gesundheit sich die Fans in den vergangenen Jahren mehrmals große Sorgen gemacht haben („Es geht mir wieder gut“, O-Ton Ambros), kommt mit einem „Best of“ aus 50 Jahren Bühnenkarriere nach Südtirol. Welche Titel genau gespielt werden, bleibt eine Überraschung. Ambros versichert: „Natürlich können wir nicht alle Hits spielen, aber es wird sich auf jeden Fall lohnen, das Konzert zu besuchen.“ <BR /><BR />Ambros steht ab 21 Uhr gemeinsam mit seiner langjährigen Band No. 1 vom Wienerwald – Günter Dzikowski (Keyboards), Harry Stampfer (Schlagzeug), Roland Vogl und Didi Baumgartner (Gitarre), Mischa Krausz (Bass) sowie Ursula Gerstbach und Gitti Guggenbichler – auf der Bühne des Seerosenteiches in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Das Publikum erwartet ein Abend mit viel Wiener Schmäh, spontanen Bemerkungen und Liedern, bei denen man praktisch jede Zeile mitsingen kann.<BR /><BR /><BR /><b>Mit welchem Lied würden Sie sich jemandem vorstellen, der Sie überhaupt nicht kennt?<BR /></b>Wolfgang Ambros: Mit dem Opener des Konzerts, mit „Verwahrlost, aber frei“ aus dem Jahr 1996 (in dem es um radikale Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und den eigenen Weg abseits von gesellschaftlichen Konventionen geht, Anm. d. Red.). Es entstand auf eine Äußerung meiner damaligen Frau, die mich angeschaut hat und zu mir sagte: „Du schaust verwahrlost aus!“. Es hat dann aber noch Jahre gedauert, bis der Titel auch einen Song erhielt. Während eines Tauchurlaubs, bei dem ich eine Zwangspause einlegen musste und auf dem Schiff alleine zurückblieb, fand ich die richtigen Worte. Ich schrieb frei von der Leber, was ich mir so dachte. „Verwahrlost, aber frei“ war das Ergebnis. <BR /><BR /><b>Worauf darf sich Südtirol noch freuen?</b><BR /> Ambros: Auf eine heiße Show. Wir haben für den heurigen Sommer ein ganz frisches Programm zusammengestellt, das sich von dem der vergangenen Jahre unterscheidet. Es ist ein kräftiges, gewaltiges Programm. Vor allem im ersten Teil des Abends werden wir einiges Neues präsentieren. <BR /><BR /><b>Hören wir also auch „Die Sunnseitn vom Lebn“, Ihre Wiener Version des berühmten Songs „Always Look on the Bright Side of Life“ von Monty Python?</b><BR />Ambros: Moch mer, müssen wir noch proben, aber jo, moch mer!<BR /><b><BR />Und bitte kein Konzert ohne „Schifoan“…</b><BR />Ambros: Natüüüürlich nicht. Das wird unsere geplante Zugabe. Mehr vom Programm verrate ich jetzt aber nicht. <BR /><BR /><b>Hätten Sie sich gedacht, dass „Schifoan“ Jahrzehnte später noch so präsent sein würde?</b><BR />Ambros: Na ja, als ich das Lied Mitte der 70er-Jahre geschrieben und fertig hatte, fand ich es wirklich genial. Aber meine Freunde rieten mir von der Veröffentlichung ab. „Das bist nicht Du, Wolferl“, haben sie gesagt. „Schifoan“ ist dann doch 1976 als Single erschienen. Und fiel durch. Das Radio hat das Lied ungern gespielt, es war ein kommerzieller Flop und ist bald schon wieder verschwunden. Na ja, dachte ich mir, war halt nix. Einen gesicherten Hit gab es damals – als ich noch mitgespielt habe in diesem blödsinnigen Geschäft… – in der Musikbranche eben nicht. <BR /><BR /><b>In den Skihütten und beim Après-Ski entwickelte sich der Titel aber zum Renner...<BR /></b>Ambros: Und etwa zwei Jahre später haben wir auf einer Deutschlandtour ein Live-Album eingespielt (das erfolgreiche Album erschien zunächst als Doppel-Vinyl-Schallplatte und später als Doppel-CD unter dem Titel „Live ... auf ana langen, finster’n Stroß’n“, Anm. d. Red.). Auf dieser Produktion befand sich auch „Schifoan“. Ich stand auf der Bühne, alleine mit der Gitarre und das Publikum merkte, wie mitreißend dieses Lied in einer Live-Version sein konnte. Das Publikum ging perfekt mit und skandierte immer lauter: „Schifoan, Schifoan“ … Von da an ging es dann richtig los mit „Schifoan“. Bis heute. <BR /><BR /><b>Gibt es noch ein Lied aus Ihrem Repertoire, das Sie überrascht hat?</b><BR />Ambros: Zum Beispiel … (denkt länger nach). Ich habe alles aus Jux und Tollerei gemacht. Also hat mich nie etwas überrascht – egal, ob etwas geklappt hat oder nicht. Von etlichen, hunderten Liedern hätte ich mir zwar etwas mehr erwartet… Von welchen, das sage ich jetzt nicht (schmunzelt). <BR /><BR /><b>Sie haben in Ihren Liedern zumeist gesellschaftliche Themen angesprochen. Wenn Sie heute ein neues Lied über Ihre Heimat schreiben würden, worum würde es gehen?</b><BR />Ambros: Mit Tirol und Südtirol verbinde ich positive Gefühle. Aber ich weiß nicht, ob ich diese in einem Lied beschreiben könnte. Ich habe schon lange nichts mehr geschrieben, und ich habe meine Gründe dafür. <BR /><BR /><b>Woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie in 50 Jahren an Wolfgang Ambros denken?</b><BR />Ambros: Ich will keinen ewigen Ruhm. <BR /><BR /><b>2012 gab es Ihr letztes Studioalbum. Wird es jemals wieder eines geben?</b><BR />Ambros: Nein, das Werk ist getan. Es gibt kein Studioalbum mehr. Ich habe schon vor langer Zeit diesen Entschluss gefasst und werde ihn nicht revidieren. Ich mach nur noch, was mir Spaß macht, und das sind die Konzerte. Sie zahlen jetzt die Butter auf meinem Brot. Mehr will und kann ich nicht machen.<BR /><BR />Karten für das Konzert von Wolfgang Ambros sind im Vorverkauf in allen Athesia Buchhandlungen sowie online auf <a href="https://www.ticketone.it/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.ticketone.it</a> erhältlich.