Diesmal sieht das Programm am Sonntag nun unter Anderem Stücke von Schostakowitsch, Martin Ellerbys „Paris Sketches“, Emil Tofts Marsch „Ungarns Kinder“, die allseits beliebte Ouvertüre „Die diebische Elster“ zur gleichnamigen Oper von Rossini und Mario Bürkis „Figth for Liberty“ vor, klassische und Originalmusik für Blasorchester vom Feinsten, technisch austariert und sehr anspruchsvoll für die ca.80 Musiker und Musikerinnen fassende Bürgerkapelle Lana, dessen Kapellmeister <b>Martin Knoll</b> zum Konzert, zu seinem und der Bürgerkapelle Werden Stellung bezieht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001776_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Seit 2007 sind Sie Kapellmeister eines der traditionsreichsten Blasorchester unseres Landes. Wie sind Sie zur Musik und dann zur Bürgerkapelle Lana gekommen sind?</b><BR />Martin Knoll: In meiner Familie wurde viel musiziert: Mein Vater Adi war selbst Musiker, spielte die Violine, die Trompete und war auch Schlagzeuger. Zudem war er fast 40 Jahre lang Kapellmeister der Bürgerkapelle Lana und hat wesentlich dazu beigetragen, dass diese heute jene Qualität besitzt, die sie besitzt. Ich habe schon früh die Konzerte besucht und war vor allem vom Schlagwerk fasziniert. Meinen ersten Unterricht erhielt ich dann an der Musikschule in Lana bei Michael Matzoll und schon bald sollte mein erster Auftritt mit der Bürgerkapelle folgen: Als für das Frühjahrskonzert 1992 ein zusätzlicher Schlagzeuger benötigt wurde, nahm mich mein Vater kurzerhand mit zu den Proben. Seitdem bin ich Mitglied. Mein späteres Studium am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck im Hauptfach Schlagwerk und mit dem Schwerpunktfach Blasorchesterleitung schloss ich 2005 ab. Einige Jahre leitet ich die „U 21“-Jugendkapelle in Lana, bis man mir 2007 die Stellung als Kapellmeister der Bürgerkapelle anbot. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001779_image" /></div> <BR /><BR /><b>Einer der Höhepunkte im Jahr 2024 ist Frühjahrskonzert im Meraner Kursaal. Sie haben ein Programm zusammengestellt, das, neben Originalkompositionen für Blasorchester, auch Arrangements von Musik großer Meister wie Schostakowitsch und Rossini vorsieht. Wie gehen Sie bei Ihrer Auswahl vor?</b><BR />Knoll: Das Frühjahrskonzert blickt in Lana auf eine große Tradition zurück und ist eines der ältesten im Lande. Ich suche meist ein bis zwei Hauptwerke und strukturiere das restliche Programm darum herum. Dabei versuche ich, eine gewisse Abwechslung für das Publikum und die Musikanten in die Aufführung zu bringen, indem ich Werke aussuche, welche vom Stil, der Form, den Klangfarben, der Instrumentierung und der Spielweise her verschieden sind. Für unsere Instrumentalistinnen ist dies eine große Herausforderung. Was die Arrangements klassischer Stücke betrifft, sollten sie so nahe wie möglich ans Original heranreichen. <BR /><BR /><BR /><b>Ihnen geht der Ruf voraus, dass Sie mit größter Akribie und Genauigkeit ans Werk gehen. Was verlangen Sie von ihren Musikern und Musikerinnen ab, und welche Schwerpunkte setzen Sie bei den Proben zum Konzert?</b><BR />Knoll: Am Anfang werden Registerproben durchgeführt, in denen ich auf Rhythmus, Artikulation und technische Sauberkeit Wert lege. Unsere Programme setzen voraus, dass die Musikanten ihren Part auch zu Hause einüben, und ich staune immer wieder, mit welchem Einsatz unsere Musikerinnen, von denen die Mehrzahl Laien sind, neben Schule, Beruf und privaten Belastungen ans Werk gehen! In den Vollproben arbeiten wir vor allem am Zusammenspiel und der Klangbalance. Wenn sich dann alle mit dem Ensemble identifizieren und auch ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, stellt sich der musikalische Erfolg meist zwangsläufig ein. Im Konzert sollte jeder Musiker und jede Musikerin das Musizieren und die Musik genießen können. Ich arbeite sehr genau, oft auch an der Grenze und bin meinen Ensemblemitgliedern immer dankbar, dass sie mir dies ermöglichen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001782_image" /></div> <BR /><b><BR /><BR />In den letzten Jahren hat sich bei einzelnen traditionsreichen Kapellen unseres Landes ein hohes instrumentales wie auch interpretatorisches Niveau eingestellt. Macht da die musikalische Jugend mit, und was ist Ihnen bei der Jugendarbeit wichtig?</b><BR />Knoll: Zurzeit haben wir viele Projekte am Laufen, sodass wir den Nachwuchs musikalisch auch begleiten können. Seit 2 Jahren läuft das Musikvermittlungsprojekt „Abenteuer Musikkapelle“ an den Grundschulen, bei dem an mehreren Tagen in den 3. Klassen alle Instrumente vorgestellt werden und welches mit einem interaktiven Familienkonzert ende. Die Bürgerkapelle Lana organisiert einen Tag der offenen Tür, auch werden von unserem Jugendkapellen-Team 2 „tierisch musikalische“ Sommerwochen angeboten. Ein großer Dank für die gute Zusammenarbeit geht dabei an die Musikschule Lana, an der ich selbst unterrichte. Gemeinschaftsgefühl und das gemeinsame Musizieren sind Angebote, die unsere jüngeren Musikanten und Musikantinnen gerne annehmen. Unsere Jugendkappelle tritt in verschiedenen Formationen in mehreren Konzerten übers Jahr auf und nimmt auch gerne an Wettbewerben teil, so auch erfolgreich als Vertreter Südtirols am letztjährigen Jugendblasorchestewettbewerb in Grafenegg. Aus unserer Kapelle stammen heute sehr erfolgreiche Musiker und Musikerinnen, welche auf die Zusammenarbeit mit namhaften Orchester verweisen können. Sie alle wirken als Vorbilder und spielen, wenn möglich, gerne bei uns mit. <BR /><BR /><BR /><b>Und welche musikalischen Schwerpunkte schweben Ihnen als Kapellmeister für die kommenden Jahre vor?</b><BR />Knoll: Ein gefeierter Höhepunkt bleibt das Frühjahrskonzert im Meraner Kursaal. Weiters freuen wir uns in diesem Jahr auf das Konzert im Rahmen der Konzertreihe Innsbrucker Promenadenkonzerte und wir werden auch wieder an Wettbewerben teilnehmen. Wichtig ist für mich, die Zusammenarbeit mit den musikalischen Vereinen in Lana. Ein großer Dank geht an die Festivals LanaLive, LanAntiqua oder LanameetsJazz. Sie ermöglichen uns immer wieder, spannende Projekte und Konzerte außerhalb der typischen Konzerttätigkeit einer Musikkapelle.<BR /><BR /><BR /><b>Termin:</b> 3. März, Kurhaus Meran<h3> Die Bürgerkapelle Lana</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001785_image" /></div> <BR /><BR />Diese wurde bereits 1832 urkundlich erwähnt und zählt rund 80 Mitglieder, wobei mehrere Musikantinnen und Musikanten in einer der 2 Böhmischen oder in anderen kleineren Gruppen spielen. Diese kann auf eine Vielzahl von Auftritten im In- und Ausland sowie an der erfolgreichen Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben verweisen. Geprobt wird 2 Mal wöchentlich.<h3>Vita: Martin Knoll</h3><BR /> Nachdem Adi Knoll die Bürgerkapelle Lana von 1954 bis 1993 leitete, übernahm 2007 sein Sohn Martin die musikalische Leitung der Kapelle. Geboren 1978, trat er mit 14 Jahren der Bürgerkapelle Lana bei. Das Schlagzeugstudium am Tiroler Landeskonservatorium bei Norbert Rabanser und Mag. Gunnar Fras schloss er 2005 mit Auszeichnung ab. Er besuchte zudem einen 2-jährigen Kurs für Blasorchesterleitung und kann auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen Orchestern verweisen. Knoll ist Musiklehrer an den Musikschulen Lana/Ulten und Schlanders, sowie Leiter der Schlagzeuggruppe „BKL Drummers“. <BR />