Wie kann aus Buchhaltung Kunst werden oder – was noch unwahrscheinlicher klingt – Musik? Diese Aufgabe ist keineswegs so unmöglich, wie es auf den ersten Blick scheint, vor allem wenn man bedenkt, welchen Einfluss Wirtschaft und Geld auf das Kulturschaffen haben. Matthieu Saladins Arbeit dreht sich um die Spannungen und Abhängigkeiten zwischen diesen – scheinbar unvereinbaren – Bereichen. Anlässlich seiner Ausstellung „Soleil politique“ hat der Gastkurator im Museion Pierre Bal-Blanc Saladin nach Bozen eingeladen. In seiner Komposition „Economic Score, Soleil politique2014“ „übersetzt” Matthieu Saladin das Budget der Ausstellung im Museion – und das bedeutet sämtliche Produktionskosten und die eingesetzten Finanzmittel – in Musik. Die Uraufführung dieser Komposition ist Teil des umfangreichen Projekts Economic Score, das sich mit der Transposition von Kulturökonomie in eine Partitur auseinandersetzt. Diese Arbeit befasst sich mit sozialen und ökonomischen Aspekten, die nicht unmittelbar wahrgenommen werden, obwohl sie Verhaltens- und Denkweisen, gesellschaftliche Verhältnisse und alltägliche Handlungen bestimmen.Vor dem Konzert bietet Pierre Bal-Blanc um 19 Uhr eine Führung durch „Soleil politique“ an. Saladins Komposition eröffnet im Museion ein Konzert mit dem Ensemble „Air-Borne“ („luftgestützt“), das sich mit Klangmalerei bewegter und sich bewegender Luft auseinandersetzt. In Zusammenarbeit mit dem Festival zeitgenössischer Musik Bozen spielen an diesem Abend Sonja Korak (Querflöten), Gudrun Hartner (Harfen), Caroline Mayrhofer (Blockflöten) und Caroline Profanter (Electronics) Werke von Maurizio Pisatio, Hannes Kerschbaumer, Paolo Rimoldi, Lucio Garau, Marcello Fera, Caroline Profanter und Giorgio Magnanensi.Termin: Mittwoch 29. Oktober, 19 Uhr: Führung durch „Soleil Politique“ mit dem Kurator der Ausstellung Pierre Bal-Blanc20 Uhr: Konzert des Ensembles „Air-Borne“ mit der Erstaufführung von „Economic Score: Soleil politique 2014“ von Matthieu Saladin.stol