Diese Botschaft gibt Mascha Alechina oder Marija Aljochina – es gibt viele unterschiedliche Schreibweisen für ihren Namen – am Ende dem Publikum mit. Ihr Buch „Riot Days – Tage des Aufstands“ kann man in Russisch, Deutsch und Italienisch kaufen. Der Erlös geht an ein ukrainisches Kinderspital. <BR /><BR />Das Buch „Tage des Aufstands“ bildet die Grundlage der Mischung aus Konzert, Theaterperformance und politischem Aktivismus. In rasantem Tempo und harten Schnitten erzählt Aljochina auf Russisch zu Videosequenzen und englischen Übertiteln von den Ereignissen, ausgehend vom „Punkgebet“ in der Moskauer Erlöserkathedrale im Jahr 2012. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="942178_image" /></div> <BR /><BR />„Mutter Gottes, Maria, verjage Putin“ haben die jungen Frauen dort geschrien. 41 Sekunden hat der Auftritt in der Kirche gedauert; es folgten ein surrealer Prozess, Inhaftierung, Demütigungen in der Strafkolonie, ein Hungerstreik und Ende 2013 die Entlassung. <BR /><BR />Wegen weiterer Proteste gegen Putin und den Ukrainekrieg würde sich Marija Aljochina in Moskau in Hausarrest befinden; im vergangenen Frühjahr gelang ihr, als Lieferbotin verkleidet, die Flucht nach Berlin. Seither tourt sie mit ihrer Band in teilweise neuer Besetzung durch die Welt. <BR /><BR />Etwas mehr als eine Stunde dauert der Auftritt der 4 Powerfrauen. In bis auf ein paar Züge aus der Zigarette atemlosem Tempo, lassen sie keinen Zweifel daran, dass man laut sein muss, um etwas zu erreichen. Ihre Stimmen kippen in Schreie um, sie rappen, spritzen Wasser ins Publikum, fallen auf die Knie, streifen kurz die Strickmasken über; alles zu perfekt einstudiertem Technorhythmus. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="942181_image" /></div> <BR /><BR />In der weltweit an die 200mal aufgeführten Performance sitzt jede Bewegung, jeder Ton, jeder Kampfschrei, jede Videoeinspielung. Marjia Aljochina, Olga Borisova, Diana Burkot, Alina Petrova und Taso Pletner sind abgesehen von ihrem politischen Engagement ausgezeichnete Musikerinnen. Mit ihren Stimmen, der elektronisch verstärkten Geige, der Querflöte, an den Drums, an Synthesizer und Keyboard transportieren sie das Dringliche und Heftige ihres Protests. <BR /><BR />Am Schluss singen die Anti-Putin-Botschafterinnen ein Lied über die Soldaten, die ihre Mütter nach dem Warum des Kriegs fragen, entfalten die ukrainische Fahne. Pussy Riot machen greifbar, was in Russland passiert, entlarven sowohl die Gefährlichkeit als auch die Farce. Ihr notwendiger Auftritt wird sich in das Gedächtnis eingraben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="942184_image" /></div> <BR />WEITERE TERMINE BEI TRANSART<BR /><BR /><b>Heute</b>, 20.30 Uhr, NOI Techpark, Voltastr.13, Bozen: „Pia nographique – Musik und Bilder von Menschen und Maschinen“ ist ein mit KI-komponiertes Musik stück von Ali Nikrang. In der Auf führung werden Teile der Musik von einem Computerflügel und von einem Streichquartett gemeinsam interpretiert. Der zweite Teil des Konzerts wird von Maki Nameka wa bestritten, die von Menschen geschaffene Musik mit ihrer Virtuo sität zur Aufführung bringt.<BR /><BR /><b>22. September</b>, 20.30 Uhr, Niederstätter, Blumauer str.6, Steg im Eisack: Florentina Holzinger gastiert mit ihrem Erfolgsstück TANZ, inspiriert vom klassischen Ballett „La Sylphide“ mit seinen schwebenden Spitzen- tänzerinnen und der bösen Hexe Madge. Auch bei Holzinger gibt es Spitzenschuhe, und es wird geschwebt, aber die Performerinnen liefern Stunt-Acts mit Motocrossmaschinen und Balletttraining an der Stange, es gibt auch einen Auftritt für die über 80-jährige Ex-Ballerina Beatrice Cordua. Die für ihre „im besten Sinne maximalistische Ästhetik“ gepriesene Holzinger ist auch mit einem Workshop (23.9., 15 Uhr) in der Oasie zu Gast. <BR /><BR /><b>23. September</b>, 20.30 Uhr, NOI Techpark: „Mythologies“ ist die erste Orchesterkomposition von Tho mas Bangalter, bekannt als Mitbegründer des Elektronik-Duos Daft Punk. Bei Transart erlebt „Mythologies“konzertant seine italienische Erstaufführung, interpretiert vom Haydn Orchesters unter der Leitung von Lee Reynolds. Am Samstag um 11 Uhr ist Bangalter im Talk in der Transart OASIE zu erleben.<BR />