Dienstag, 12. September 2017

Neu entdeckte Fresken auf Schloss Rodenegg

Das Amt für Bau- und Kunstdenkmäler hat unter der Leitung des früheren Landeskonservators Dr. Helmut Stampfer und Dr. Waltraud Kofler Engl die romanische Burgkapelle von Rodenegg über mehrere Jahre restauriert. Am vergangenen Sonntag ist die „neue“ Kapelle mit den Wandmalereien vorgestellt worden.

Der Öffentlichkeit wird ein bemalter Teilbereich der romanischen Burgkapelle im Rahmen der Burgführungen zugänglich. - Foto: Alexa Rainer
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Der Öffentlichkeit wird ein bemalter Teilbereich der romanischen Burgkapelle im Rahmen der Burgführungen zugänglich. - Foto: Alexa Rainer

Vor rund 45 Jahren wurde unter der Leitung des damaligen Denkmalpflegers Nicolò Rasmo der Freskenzyklus zum Iwein-Roman von Hartmann von der Aue in einem zunächst als Burgkapelle bezeichneten Raum der Burg freigelegt und restauriert.

Gleichzeitig konnte die mittelalterliche Burgkapelle an der Ostseite der Burg nachgewiesen und am Triumphbogen das Fresko des Kopfes eines Christus in der Mandorla freigelegt werden.

Mauer musste entfernt werden

2007 gab der damalige Landeskonservator Helmut Stampfer den Auftrag die Mauern, die aus Befestigungsgründen im späten 16. Jahrhundert erbaut wurden, zu entfernen. Diese hatten die Kapelle völlig verdeckt.

Anschließend wurde versucht, die Wandmalereien an der Triumpfbogen-, der Nord- und der Südwand wieder sichtbar zu machen. Das große Gewicht der darüber liegenden Mauer musste durch eine neue Decke abgefangen werden. Schließlich wurde die abgebrochene Rundapsis auf den noch vorhandenen Mauern rekonstruiert.

Bruchteil der Fresken ist erhalten

Mit der nun abgeschlossenen Restaurierung wird der Öffentlichkeit ein bemalter Teilbereich der romanischen Burgkapelle im Rahmen der Burgführungen zugänglich.  

Wie bei so vielen mittelalterlichen Wandmalereien hat sich aber nur ein Bruchteil der ursprünglichen Ausmalung erhalten, weshalb das Bildprogramm und seine Deutung insgesamt lückenhaft und noch nicht wissenschaftlich erforscht sind.

Stammen aus dem 13. Jahrhundert

Zeitlich sind die Malereien in das zweite Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts zu datieren, als Arnold II von Rodank Umbauten in der Burg tätigte. Sicher ist, dass die Fresken nicht vom selben Maler angefertigt wurden wie der Iwein-Zyklus, der zur selben Zeit entstanden ist.

Die Arbeiten wurden vom Amt für Bau- und Kunstdenkmäler der Abteilung Denkmalpflege vollständig finanziert. Insgesamt wurde eine Summe von rund 154.000 Euro, unter anderem für die Bauarbeiten und die Restaurierung, ausgegeben.

stol 

stol