Montag, 02. Juli 2018

Paul-Flora-Preis geht an Ingrid Hora

Der vom Bundesland Tirol und dem Land Südtirol gemeinsam gestiftete Paul-Flora-Preis geht in diesem Jahr an die Südtiroler bildende Künstlerin Ingrid Hora. Die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises fand am Montagabend im Taxispalais Kunsthalle Tirol in Innsbruck statt.

Die Künstlerin Ingrid Hora (M.) mit der Tiroler Landesrätin Beate Palfrader und Kulturlandesrat Philipp Achammer bei der Paul-Flora-Preisverleihung. - Foto: Land Tirol/Brandhuber
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Die Künstlerin Ingrid Hora (M.) mit der Tiroler Landesrätin Beate Palfrader und Kulturlandesrat Philipp Achammer bei der Paul-Flora-Preisverleihung. - Foto: Land Tirol/Brandhuber

„Ingrid Hora ist eine Künstlerin, die mit ihrem Schaffen soziale Themen vor dem Hintergrund des geschichtlichen und geografischen Kontexts bearbeitet und mit ihrem Bewusstsein für ihre Wurzeln und der Offenheit für die Welt geradezu eine ideale Preisträgerin ist“, erklärte Kulturlandesrat Philipp Achammer nach der Preisübergabe.

Die Tiroler Kulturlandesrätin Beate Palfrader stellte fest, dass Ingrid Hora die Auswahlkriterien des Paul-Flora-Preises in hohem Maße erfülle: „Sie ist mit zahlreichen Beteiligungen an Ausstellungen und Artist-in-Residence-Programmen bereits regional wie überregional bekannt und auf gutem Weg, sich international einen Namen zu machen.“

Konzeptkunst mit architektonischem Hintergrund 

Ingrid Hora wurde 1976 geboren und ist im Passeiertal aufgewachsen. Sie studierte Architektur an der Technischen Universität in Wien und machte 2001/2002 ihr Diplom sowie ihren Master am Bartlett University College in London. Zwei Jahre später absolvierte sie einen weiteren Master am Royal College of Arts in London. Hora lebt und arbeitet zurzeit in Berlin.

2003 erhielt Hora den Adolf-Loos-Staatspreis, worauf zahlreiche Einladungen zu Residencies in Deutschland, USA, Indien und China folgten. Aufgrund ihres Hintergrunds geht die Künstlerin in ihren Werken immer vom Raum aus und entwickelt Raumkonzepte und -objekte. Den thematischen Ausgangspunkt ihrer Arbeiten gewinnt sie zumeist am Ort, an dem sie sich gerade befindet. Sie stellt in ihren Arbeiten immer wieder konkrete Bezüge zum Präsentationsort und den dort Lebenden her. Ein besonderes Merkmal ihrer Arbeiten sei, dass sie gern mit Doppeldeutigkeiten spiele, so die Jurybegründung. Sie gehe von einem Thema aus und schaffe darum herum einen Kosmos. Dabei wählt Hora vielfältige künstlerische Techniken, etwa Zeichnungen, Fotografie, Video und Skulptur. 
Grenzüberschreitende Förderung junger Kunstschaffender

Der Preis wird seit 2010 in Erinnerung an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora abwechselnd in Tirol und Südtirol vergeben. Mit der Auszeichnung würdigen die beiden Länder hervorragende Leistungen junger Tiroler und Südtiroler Kunstschaffender in der zeitgenössischen bildenden Kunst. Über die Vergabe befindet eine Fachjury. Im Vorjahr ging der Preis an die Tiroler Medienkünstlerin Annja Krautgasser.

lpa

stol