Dienstag, 03. März 2020

Performancekünstler Ulay ist tot: Aktionen bleiben für die Ewigkeit

Der deutsche Performancekünstler Ulay ist in der Nacht zum Montag im Alter von 76 Jahren in Ljubljana gestorben. Unvergessen sind seine bizarren Aktionen mit seiner langjährigen Partnerin Marina Abramovic, die über die Kunstwelt hinaus für Aufsehen sorgte

Einer der emotionalsten Momente seines Lebens: Ulay mit seiner langjährigen Partnerin während einer Kunstperformance im MOMA in New York.
Einer der emotionalsten Momente seines Lebens: Ulay mit seiner langjährigen Partnerin während einer Kunstperformance im MOMA in New York. - Foto: © Screenshot/Youtube
So gingen die beiden 1988 auf rund 4.000 Kilometern auf der Chinesischen Mauer einander entgegen, um sich anschließend für immer zu trennen.

Nach einem Marsch von jeweils 2500 Kilometern trafen sie sich und gingen anschließend konsequent privat und künstlerisch zukünftig getrennte Wege zu gehen.

Spektakuläres Wiedersehen nach 22 Jahren

2010 fand Abramovics Dauer-Performance „The Artist is Present“ im Museum of Modern Art statt. Die Künstlerin saß 3 Monate lang Tag für Tag auf einem Stuhl, um dabei insgesamt 1565 Besuchern in die Augen zu blicken. Eines Tages nahm Ulay ihr gegenüber Platz. Sie öffnete die Augen, die beiden blickten sich an, Ulay war tief bewegt, Marina Abramovic liefen die Tränen über das wächserne Gesicht und reichte schließlich ihrem einstigen Partner die Hände. Es war ein sehr emotionaler Moment.“ (Im Video ab Minute 1.17)



„Große Trauer“

„Mit großer Trauer habe ich heute vom Tod meines Freundes und Ex-Partners Ulay erfahren“, schrieb Abramovic bei Instagram. Er sei ein außergewöhnlicher Künstler gewesen. „Es ist tröstlich zu wissen, dass seine Kunst und sein Vermächtnis für immer weiterleben werden.“


Die Entwendung Carl Spitzwegs Meisterwerk „Der arme Poet“ aus künstlerischen Gründen aus der Berliner Nationalgalerie im Jahr 1976 hielt das Künstlerpaar auf Fotos fest. Es platzierte den „Armen Poeten“, eines der Lieblingsbilder von Diktator Adolf Hitler (1889-1945), in der Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Kreuzberg - und informierte den Direktor der Nationalgalerie, er könne das Bild nun in neuer Umgebung betrachten.

Ulay war außerdem einer der Pioniere der „Body Art“. Er hat auf Polaroid-Fotos Tätowierungen thematisiert, als diese Art des Körperschmucks noch ganz zur Welt der Matrosen und Gefangenen gehörte.

apa/vs