Sonntag, 17. Februar 2019

Promemoria Auschwitz: 3 Schülerinnen erzählen

Hunderte Jugendliche machten sich Anfang Februar im Zug der Erinnerung auf die Reise nach Auschwitz. 3 Schülerinnen erzählen, wie es ihnen dabei ergangen ist.

Flutra Maloku, Melanie Markart und Anna Schölzhorn erzählen von ihren Erlebnissen in Auschwitz. - Foto: Privat
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Flutra Maloku, Melanie Markart und Anna Schölzhorn erzählen von ihren Erlebnissen in Auschwitz. - Foto: Privat

Bei der Reise nach Krakau und in das Vernichtungslager Auschwitz war in diesem Jahr auch „Dolomiten“-Redakteur Andrej Werth dabei, der seine Erfahrungen schilderte und mit den Schülern sprach.

Jetzt erzählen Flutra Maolku, Melanie Markart und Anna Schölzhorn, Schülerinnen der 4A WFO des Oberschulzentrums Sterzing, ihre Sicht der Reise der Erinnerung.

Wie seid ihr auf das Projekt gekommen?

Melanie: Ich habe durch einen Freund von „Promemoria Auschwitz“ erfahren und war sofort daran interessiert. Außerdem hatte ich von der Schule eine E-Mail mit dem Flyer erhalten. In der Mittelschule sind wir bereits zum KZ Dachau gereist. Als ich damals zu Hause vom Erlebten erzählt habe, haben mir Verwandte empfohlen, auch nach Auschwitz zu fahren.

Wie habt ihr euch darauf vorbereitet?

Anna, Flutra und Melanie: In den 4 Vortreffen haben wir durch Gruppenarbeiten, Präsentationen von den Tutoren und der Besichtigung der Synagoge und des jüdischen Friedhofs in Meran den geschichtlichen Hintergrund aufgearbeitet. Mit Dokus, Büchern und Filmen konnte sich jeder individuell auf die „Reise der Erinnerung“ vorbereiten.  

Wie habt ihr die Reise erlebt?

Flutra: Die Reise selbst war ein Chaos der Gefühle. Es war eine sehr spezielle Reise, interessant, beeindruckend und lehrreich. Einerseits war alles mit Trauer und Hass verbunden und  die ganze Zeit waren diese Gefühle präsent. Andererseits konnte ich mich durch die Gruppe und die Gemeinschaft ablenken und zwischendurch auch Spaß haben. So eine Reise gehört meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung: Jeder kann sehr authentisch erfahren, wozu Menschen fähig sind.

Was könnt ihr zur Organisation der Reise sagen?

Anna, Flutra und Melanie: Die Reise selbst war allgemein gut organisiert und geplant. Jeder Tag war gut eingeteilt und man konnte immer etwas Zeit für sich selbst finden. 

Was hat dich besonders beeindruckt?

Anna: Besonders beeindruckt hat mich das KZ Auschwitz I mit dem Außenlager Birkenau. Erst dort wurden mir die Brutalität, der grausame Umgang mit den Menschen und das willkürliche Töten der Nationalsozialisten bewusst. Jeder Mensch war nur noch eine Nummer im System. Auch Personen wie Oskar Schindler haben mich beeindruckt, die durch ihre Hilfe tausende Menschenleben gerettet haben. 

Wie seht ihr den Holocaust? 

Anna, Flutra und Melanie: Es ist eigentlich unvorstellbar, wie gleichgültig ein Menschenleben im Vernichtungslager war. Millionen Menschen wurden grundlos aus ihrem alltäglichen Leben gerissen, ohne ansatzweise etwas dafür zu können. Sie wurden behandelt wie Objekte, ausgenutzt bis auf das Letzte. Durch eine einzige Handbewegung wurde über Leben und Tod entschieden. Auch wenn man so nah am Ort des Schreckens war, ist es unmöglich, sich vorzustellen, wie grausam Menschen behandelt worden sind.

stol

stol