Mittwoch, 04. März 2020

Protest gegen Autobiografie von Woody Allen

Aus Protest gegen die Veröffentlichung der Autobiografie seines Vaters Woody Allen (84) hat der Journalist Ronan Farrow (32) die Zusammenarbeit mit seinem Verlag aufgekündigt.

Die Autobiografie von Woody Allen soll noch in diesem Jahr erscheinen.
Die Autobiografie von Woody Allen soll noch in diesem Jahr erscheinen. - Foto: © APA (AFP) / ANDER GILLENEA
Er sei sehr enttäuscht gewesen, dass Hachette Allens Manuskript hinter seinem Rücken angenommen habe, während er selbst mit dem Verlagshaus an einem Buch arbeitete, teilte Farrow am Dienstag auf Twitter mit.

Er könne nicht mehr „guten Gewissens“ mit Hachette zusammenarbeiten. In Farrows Buch „Catch and Kill“ (etwa: abfangen und vernichten) gehe es gerade um mächtige Männer, die sich ihrer Verantwortung für sexuellen Missbrauch entzögen, schrieb er weiter.

Trotz der Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den Erfolgsregisseur Woody Allen soll dessen Autobiografie noch in diesem Jahr erscheinen. Das Buch mit dem Titel „Apropos of Nothing“ (etwa: In Bezug auf Nichts) soll am 7. April herauskommen, hatte der zur Hachette-Gruppe gehörende Verlag Grand Central Publishing am Montag mitgeteilt. In Allens Lebensbeschreibung geht es demnach auch um dessen „Beziehungen zu Familie, Freunden und seinen Liebsten.“ Das Buch werde in den USA sowie in Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien erscheinen.

Kinder kritisieren Autobiographie

Gegen Allen („A Rainy Day in New York“) liegen seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe vor. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow (34) wirft ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Viele Stars haben öffentlich angekündigt, nicht mehr mit Allen zusammenarbeiten zu wollen. Die Veröffentlichung der Autobiografie sei „zutiefst erschütternd“, kommentierte Dylan Farrow am Dienstag auf Twitter.

Ihr Bruder Ronan Farrow nannte die Veröffentlichung der Autobiografie einen „Vertrauensbruch“ von Seiten des Verlags, dem er „mangelndes Mitgefühl für die Opfer sexuellen Missbrauchs“ vorwarf. Die Berichterstattung des Journalisten über den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein (67) hatte 2017 maßgeblich zum Start der MeToo-Bewegung beigetragen.

apa

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