Donnerstag, 28. November 2019

Reise in die Unendlichkeit mit dem Haydn Orchester

Unter der Leitung von John Axelrod und mit den Solisten Francesco Dillon und Emanuele Torquati spielt das Haydn Orchester im Konzerthaus Bozen Stücke von Prokofiev und Beethoven sowie eine Uraufführung von Arturo Fuentes.

Arturo Fuentes.
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Arturo Fuentes. - Foto: © Haydn Orchester

Am 3. Dezember dirigiert John Axelrod das Haydn Orchester im Konzerthaus Bozen. Solisten sind Francesco Dillon (Violoncello) und Emanuele Torquati (Klavier). Der Abend beginnt mit der 1918 uraufgeführten ersten Sinfonie (Symphony classique) von Sergej Prokofiev.




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anach stellt der Klangkörper im Rahmen des Projekts „Haydn 60 Jahre und mehr“ das Auftragswerk „Infinito“ von Arturo Fuentes vor. Der Komponist wurde 1975 in Mexiko geboren, nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an und lebt in Innsbruck. Im Doppelkonzert für Violoncello, Klavier und Orchester „Infinito“ trifft seine Musik auf das Gedicht „L’infinito“ von Francesco Leopardi. „Sitzend und schauend bild ich unendliche Räume jenseits mir ein und mehr als menschliches Schweigen und Ruhe vom Grunde der Ruh“, heißt es in der Übersetzung von Rainer Maria Rilke. Das Unendliche findet sich auch in der Ästhetik von Fuentes, der seine Musik als Fahrt in ein Labyrinth und – nicht zufällig – als „Schiffbruch“ bezeichnet. Mit einem „Schiffbruch“ endet auch das Leopardi-Gedicht („Untergehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch“). Ludwig van Beethovens 4. Sinfonie schließt dieses Konzert ab. Beginn: 20 Uhr.

Zu diesem Anlass lädt das Orchester alle Musikfreunde am Montag, 2 Dezember um 11 Uhr zu einer „offenen Probe“ in das Konzerthaus in Bozen ein und gewährt Einblicke in die Probenarbeit mit John Axelrod.

Probenbesuch

Der Probenbesuch ist eine einmalige Gelegenheit „hinter die Kulissen“ eines Symphonieorchesters zu blicken. Es stehen 100 Gratiskarten zur Verfügung, die an den Kassen des Stadttheaters Bozen (Verdiplatz 40 - Tel. 0471 053800) abgeholt werden müssen.

Der am Konservatorium von St. Petersburg bei Ilya Musin ausgebildete Dirigent John Axelrod hat sich mit einem außergewöhnlich vielfältigen Repertoire, der Gestaltung innovativer Programme und seinem charismatischen Aufführungsstil als einer der führenden Dirigenten unserer Zeit einen Namen gemacht und wird von Orchestern weltweit angefragt. Im April 2011 wurde John Axelrod zum Ersten Dirigenten des Orchestra Sinfonica di Milano „Giuseppe Verdi“ berufen (2011-2014). Der große Erfolg dieser Zusammenarbeit führte zu einer Verlängerung seines Vertrags für weitere drei Jahre. Im November 2014 wurde John Axelrod zum neuen künstlerischen und musikalischen Direktor des Real Orquesta Sinfónica de Sevilla (ROSS) ernannt. John Axelrod leitete - vor allem im Bereich der zeitgenössischen Musik – zahlreiche CD-Einspielungen. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme mit Werken von Franz Schreker und seinen Studenten Ernst Krenek und Julius Burger für das Label Nimbus.



Francesco Dillon wurde 1973 in Turin geboren und studierte am Konservatorium L. Cherubini in Florenz. Er gehörte dem italienischen Jugendorchester an, besuchte Meisterklassen bei Mistislav Rostropovich und Anner Bylsma und war Schüler - für Komposition - bei Salvatore Sciarrino. Als Solist hat er mit prominenten Klangkörpern zusammengespielt, ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker und widmet sich als Mitglied des Ensembles Alter-Ego der zeitgenössischen Musik. Darüber hinaus arbeitet Dillon mit Gegenwartskomponisten wie Philip Glass, Sofia Gubaidulina, Giya Kancheli, Arvo Pärt oder Steve Reich. Seit 2010 leitet er mit Emanuele Torquati die Veranstaltungsreihe für zeitgenössische Musik [email protected] in Florenz.

Torquati wurde 1987 in Mailand geboren und studierte ebenfalls am Konservatorium L. Cherubini in Florenz. Der Spezialist für zeitgenössische Musik erhielt viele Auszeichnungen und nahm im Duo mit Francesco Dillon vier Tonträger mit Raritäten von Robert Schumann, Musik von Johannes Brahms und einer Gesamtaufnahme der Werke von Franz Liszt auf.

stol