Freitag, 20. Juli 2018

Rittner Sommerspiele: In der Löwengrube

2018 ist das Jahr der 45. Rittner Sommerspiele und des 70. Geburtstags von Felix Mitterer. Und es wird am Ritten auch wieder ein „Mitterer-Sommer“, der insgesamt fünfte.

Foto: Rittner Sommerspiele
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Foto: Rittner Sommerspiele

Ein echter Tiroler geht nicht unter, sogar dann nicht, wenn er schon lange tot ist. Um wie viel toller so ein Tiroler im richtigen Leben ist, das zeigt Autor Felix Mitterer in seinem Stück "In der Löwengrube".

Dass die Welt im Wandel ist, muss Arthur Kirsch Mitte der 1930er Jahre am eigenen Leibe erfahren. Als Schauspieler hatte er sich in der Großstadt einen Namen gemacht, als Jude verliert er das Recht seine Arbeit auszuüben. Was aber, wenn sein Spiel nicht mehr jüdisch, sondern arisch wäre? Wäre er wieder gut genug für die Bühne? Der gedemütigte Kirsch macht sich auf den Weg ins Exil. Einige Zeit vergeht, da taucht ein blonder bärtiger Bergbauer namens Benedikt Höllrigl aus Tirol auf, Kirsch kehrt, verkleidet als Bauer, zurück und versucht damit das System zu demaskieren.

Als Naturtalent aus den Tiroler Bergen spricht er beim Theater-Direktor vor, der ihm sofort die Hauptrolle anbietet. Der unbändige Wunsch nach Rache übersteigt dabei die rationale Beurteilung der Lage und Kirsch bringt somit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und Freunde in eine lebensbedrohliche Situation. Die Presse bejubelt Kirschs arische Schauspielkunst – um Tage später den Skandal aufzudecken und Kirsch zu verdammen.

Mitterers gut gezimmerte Komödie

Mitterer hat mit seiner gut gezimmerten Komödie deutlich Maß genommen am Hauptmann von Köpenick, an der List des Schwejk- einer der loszieht und sich ganz allein mit den Mächtigen anlegt. Ein Volksheld, wie er im Buch steht. Dabei hat es Arthur Kirsch wirklich gegeben. Leo Reuss hieß der österreichische Schauspieler. Bei Felix Mitterer siegt die Anekdote, das Klischee. Auch mit lustigen Geschichten aus dem Theaterleben wird nicht gespart. Alles da: Bauernposse, Rührstück, A Chorus Line vor "brisantem" Hintergrund. Dabei hat Felix Mitterer, ein Tiroler vor allem eines geschrieben, eine Liebeserklärung an Tiroler. Damit es die ganze Welt erfährt: Tirolerblut ist keine Nudelsuppe nicht.

Für die Rittner Sommerspielen ist "In der Löwengrube" das sechste Stück von Felix Mitterer, das im malerischen Innenhof der Deutschordens Kommende auf die Bühne kommt. Bereits 1986 inszenierte Erich Innerebner "Besuchszeit", 1994 "Die Kinder des Teufels" Regie: Rudolf Ladurner, 1999 ''Stigma'' Regie: Peter Mitterrutzner, 2005 "Die Frau im Auto" Regie: Claus Tröger und 2011 inszenierte Gerd Weigel das von Mitterer aus dem Irischen übersetzte Stück von John Millington Synge "Der Held aus dem Westen".

stol

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