Insgesamt 24 Bronzestatuen aus der Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 1. Jahrhundert nach Christus sind ausgestellt. 5 von ihnen sind fast einen Meter hoch, eine verkörpert Hygieia, die Göttin der Gesundheit und Tochter des Asklepios mit einer Schlange um den Arm, es folgen Apollon, der Erfinder der Heilkunst, und andere Gottheiten, Matronen, Feldherren und Kinder. <BR /><BR />Zur atemberaubenden Sammlung gehören auch ein kranker Ephebe, ein tanzender Apollo, ein zarter Putto mit einem Apfel in der Hand, Matronen und eine Reihe von Händen, Füßen, Armen und Ohren, die als Votivgaben zur Heilung von Krankheiten dargebracht wurden. Auch Artefakte wie Münzen oder Votivgaben wurden in dem einstigen Heiligtum nahe der Thermalbäder gefunden, jahrtausendelang luftdicht bedeckt und damit ideal konserviert. <BR /><BR />Lokale Handwerker haben höchstwahrscheinlich diese Statuen angefertigt. Sie wurden in einem Heiligtum mit sprudelndem Becken, abfallenden Terrassen, Brunnen und Altären entdeckt, das mindestens auf das 3. Jahrhundert vor Christus zurückzuführen ist und bis zum 5. Jahrhundert nach Christus in Betrieb war.<h3> Skulpturen in sehr gutem Zustand</h3>Die Inschriften, die die unzähligen Votivgaben aufweisen, sind in 2 Sprachen, etruskisch und lateinisch, verfasst und stammen von wohlhabenden Familien der Region, von den Velimna in Perugia bis zu den Marcni in der Gegend um Siena, den Eliten der etruskischen und dann auch der römischen Gesellschaft, von Landbesitzern, lokalen Gutsherren, reichen Geschäftsleuten und sogar Kaisern.<BR /><BR />Alle Skulpturen sind von großer Kunstfertigkeit und in gutem Zustand – das Thermalwasser und der Schlamm haben sie ausgezeichnet konserviert. Die archäologische Entdeckung übertrifft alle Erwartungen: Der „intakte Schatz“ sei, so Jacopo Tabolli von der Universität für Ausländer in Siena, der die Ausgrabungen in der Toskana leitete, „der größte Statuenfund der italienischen Antike und auf jeden Fall der einzige, dessen Kontext wir vollständig rekonstruieren können“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60186414_gallery" /><BR /><BR />Die Statuetten, die mit den weltberühmten Riace-Bronzen verglichen werden, haben bisher unbekannte Verbindungen zwischen der etruskischen und der römischen Welt aufgezeigt. Die etruskische Kultur ging irgendwann in der römischen auf. Historiker waren schon immer davon überzeugt, dass dies ein fließender, kontinuierlicher Prozess gewesen war.<BR /><BR />„Mit diesem Fund wird dies allerdings erstmals spektakulär illustriert“, erklärt Tabolli, der die Ausstellung im Quirinal mitgestaltet hat. „Die Rückkehr der Götter“ heißt die Schau, die bis zum 25. Juli und dann noch einmal vom 2. September bis zum 29. Oktober besichtigt werden kann. Eröffnet wurde sie von Staatschef Sergio Mattarella zusammen mit Kulturminister Gennaro Sangiuliano. <BR /><BR />„Erde und Wasser haben uns diese Schätze zurückgegeben, die unsere ältesten Wurzeln aufzeigen. Der archäologische Fund in San Casciano dei Bagni ist außerordentlich. Das Kulturministerium hat umgehend dafür gesorgt, dass der riesige Fundus schnell einen würdigen Ausstellungsort finden konnte“, sagte der Kulturminister.<h3> Rundreise durch Italien</h3>Vor ihrer Rückkehr in die Toskana soll die Sammlung dann auf eine Rundreise durch Italien gehen. Als Vorbild dienen die Riace-Bronzen, antike griechische Kriegerstatuen, die zu den bedeutendsten bildhauerischen Leistungen der Antike zählen und 1981 in mehreren Städten Italiens ausgestellt wurden, bevor sie in Reggio Calabria ein dauerhaftes Zuhause fanden, in der Stadt, vor dessen Küste sie 1972 im Meer gefunden wurden. <BR /><BR />Die Bronzestatuen aus San Casciano dei Bagni sollen später in einem Museum untergebracht werden. Das italienische Kulturministerium hat dafür einen Palast aus dem 16. Jahrhundert in San Casciano erworben, der bisher als Residenz für Priester diente.<BR /> „San Casciano wird ein bedeutendes Museum erhalten, das zu einem attraktiven Anziehungspunkt für den Tourismus in diesem wunderschönen Gebiet werden soll“, sagte Kulturminister Sangiuliano. Wann das Museum eingeweiht wird, ist noch unklar.