<BR />Eines der weltweit erfolgreichsten Pianistenduos kommt nach Meran: Mit ihrem energiegeladenen, geradezu symbiotischen Spiel und ihren packenden Interpretationen werden Lucas & Arthur Jussen von Presse und Publikum gleichermaßen stürmisch gefeiert. Angesichts ihrer glänzenden internationalen Karriere kann man sagen, dass die Brüder Jussen Hollands bekannteste Botschafter für klassische Musik sind.<BR /><BR /> Schon als Kinder traten sie vor der niederländischen Königin Beatrix auf; erste Auszeichnungen bei Wettbewerben folgten. 2005 lernten die beiden die portugiesische Pianistin Maria João Pires kennen, die sie über Jahre hinweg förderte. Lucas studierte später bei Menahem Pressler in den USA und bei Dmitri Bashkirov in Madrid, während Arthur sein Studium bei Jan Wijn am „Conservatorium van Amsterdam“ abschloss.<h3> In zwei Tagen im Meraner Kursaal</h3>Seit 2010 sind Lucas & Arthur Jussen beim Label „Deutsche Grammophon“ unter Vertrag. Ihre Debütaufnahme mit Werken von Beethoven erhielt Platin und wurde mit dem Publikumspreis der niederländischen „Edison Klassiek Awards“ ausgezeichnet. 2015 erschien eine Einspielung mit den Mozart-Konzerten KV 242 und 365 mit der Academy of St Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner, die Goldstatus erreichte. <BR /><BR />Am 17. September spielen Lucas & Arthur Jussen im Kursaal – mit der Camerata Salzburg unter der Leitung von Finnegan Downie Dear – zwei Meisterwerke der Romantik. Das Konzert im Programm des südtirol festival meran beginnt um 20.30 Uhr.<BR /><BR />In einem Alter, in dem junge Erwachsene „Flausen“ im Kopf haben, komponiert der junge Felix Mendelssohn Musik. Die Streichersinfonien, ein Klavierkonzert und ein Violinkonzert sind bereits fertig, als er im Winter 1823, im Alter von 14 Jahren, seiner Schwester Fanny das Doppelklavierkonzert in E-Dur schenkt. <BR /><BR />In Meran spielen die Brüder Jussen dieses Werk neben Schuberts f-Moll-Fantasie, die 1828 wenige Monate vor dem Tod des Komponisten entsteht. Zeitweise drängt sich „ein Dämon der Trauer und Melancholie mit schwarzen Flügeln“ in Schuberts Nähe, erinnert sich der Schriftsteller Eduard von Bauernfeld, und die düstere Mattigkeit kann man, wie in der „Winterreise“, auch in der Fantasie hören. Ergänzt wird das Programm durch Schuberts Sechste Sinfonie, die sich im Finale von Rossinis Opernmelodien anstecken lässt.<h3> Bewegende Karriere</h3>Seit über 70 Jahren ist die Camerata Salzburg in Salzburg und in der Welt zu Hause. Mit ihrer eigenveranstalteten Konzertreihe sowie als Stammensemble der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche prägt der Klangkörper die Musikstadt. Schon bei der Gründung im Jahr 1952 durch Bernhard Paumgartner war das künstlerische Credo klar: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn – eine Maxime, die bis heute gelebt wird. <BR /><BR />Als Inspiratoren und Leiter prägten Bernhard Paumgartner und Sándor Végh den Klang der Camerata. Nach Véghs Tod beeinflusste Roger Norrington als Chefdirigent das Orchester nachhaltig; er war bis zu seinem Tod im Juli 2025 dessen Ehrendirigent. Seit 2016 übernehmen die Musikerinnen und Musiker der Camerata die künstlerische Leitung selbst. So wird das Orchester alternierend von seinen Konzertmeistern Gregory Ahss und Giovanni Guzzo als Primi inter pares geleitet. <BR /><BR />Finnegan Downie Dear wurde in London geboren und studierte Musikwissenschaft an der Universität Cambridge und Klavier an der Royal Academy of Music in London. Anschließend arbeitete er als Assistent von Simone Young, Thomas Adès, Sir Simon Rattle, Daniel Harding und Richard Baker. 2020 gewann er den Mahler-Wettbewerb der Bamberger Symphoniker. Im Juni 2025 gab er sein Debüt am MusikTheater an der Wien mit der Uraufführung von Miroslav Srnkas „Voice Killer“.