Freitag, 22. Juni 2018

Südtirol Jazzfestival: Ein Musikfest für Individualisten und Genießer

Jazz bewegt – und ist selbst in Bewegung. Reisen, Sprünge, Ausflüge und Aufbrüche prägen auch das Südtirol Jazzfestival 2018. Dazu kommen Experimentierfreude und stilistische Offenheit Wer vom 29. Juni bis zum 8. Juli die Konzerte des Festivals besucht, hört und sieht deshalb auch Hip-Hop und Elektropunk und impressionistische Klangmalereien, Noise, Folkmusik, Rock, Punk, skurrile Solo-Shows oder Avantgarde-Pop. Und: Es darf getanzt werden.

Elifantree - Foto: Susanna Majuri
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Elifantree - Foto: Susanna Majuri

Das Südtirol Jazzfestival ist eben ein „Paradiesvogel“: Hier wagen sich Ensembles und Solisten in musikalische „Höhen“ vor und besteigen, mit ihren Instrumenten im Gepäck, „echte“ Berge. Aber auch das Festival selbst beschreitet neue Wege.

Mainstream? Nein danke! Exklusivität ist hier keine Ausnahme, sondern die Regel: Viele Konzerte sind einmalige Events, die, was Besetzungen, Stücke und Locations betrifft, eben nur in Südtirol erlebt werden können. 

Das trifft vor allem auf die Länderschwerpunkte zu. In den vergangenen Jahren „lud das Festival Musikerinnen und Musiker aus Frankreich, Großbritannien, Österreich, Italien und den Benelux-Staaten nach Südtirol ein. 2018 umfasst dieser Kernbereich wieder eine Staatengruppe.

„Exploring the North“

Unter dem Motto „Exploring the North” stellt das Festival Solisten und Bands aus Dänemark, Schweden, Norwegen Finnland, Island und dem Baltikum vor. Dazu kommen Formationen aus Frankreich, Deutschland und Italien sowie Ensembles, die für die Projekte des Festivals zusammengestellt wurden.

Konkret: 39 von insgesamt 55 Konzerten präsentieren Ensembles oder Solisten aus den nordischen Ländern. Damit positioniert sich dieses Musikfest auf der Schnittstelle zwischen Nord- und Südeuropa wieder einmal als Schmelztiegel für unterschiedliche Traditionen und Stile – und ist damit in der europäischen Festivallandschaft einmalig.

Während andere Veranstalter in den Konzertsaal gehen, steigt auf Südtirol Jazzfestival auf Dachterrassen, besucht Steinbrüche und Schutzhütten oder lädt im Parkhotel Laurin in Bozen zu einer rauschenden Jazznacht ein. Das Festival bespielt schließlich das ganze Land. Beispiele? Auf dem Meraner Thermenplatz spielt ein schräges finnisches Miniatur-Orchester auf, im Messner Mountain Museum in Sulden trifft nordeuropäisches Schlagzeugspiel auf afrikanische Rhythmusarbeit, in der Franzensfeste beißt ein „Urzeithai“ musikalisch zu und im Batzen Sudwerk finden Late-Night-Konzerte für Nachtschwärmer statt. Vor der Comici-Hütte unter dem Langkofel spielen sieben „nordische“ Schlagzeuger gleichzeitig auf, am Würzjoch kommen Musiker und Konzertbesucher bei einer kulinarischen Jazzwanderung „ins Laufen“ und im Pacherhof in Neustift wird der „Winecomposer“ Tuomas A. Turunen die komplexen Aromen von Eisacktaler Spitzenweinen in Melodien und Harmonien „übersetzen“. 

Erstellt euch ein individuelles Konzertprogramm

Andere Locations stehen zum ersten Mal auf dem Festivalprogramm wie der Marmorbruch Göflan auf 2200 Höhenmetern, wo das Festival neben geführten Wanderungen zum Spielort auch eine Besichtigung anbietet, der NOI Techpark, die Dachterrasse der Brixen Tourismus Genossenschaft, das Kulturzentrum Trevi oder die Pension Klughammer auf der Pfattener Seite des Kalterer Sees. Außergewöhnliche Locations also, für außergewöhnliche Musikerlebnisse. Oder: Neues Hören – mit Fernsicht. 

Ein Tipp: Wer dieses große europäische Musikfest nicht versäumen möchte, kann sich mit wenigen Klicks auf der Homepage des Festivals informieren und dann sein individuelles Konzertprogramm zusammenstellen. Das umfangreiche Web-Angebot umfasst auch Kurzbeschreibungen aller Konzerte. Übrigens: Das eigene Auto kann gerne zu Hause bleiben. In diesem Jahr organisiert das Südtirol Jazzfestival acht Jazztouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder den Shuttle-Bussen des Festivals. Ein Jazzpass mit vielen Vergünstigungen ergänzt dieses umweltfreundliche Angebot.

stol

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