Freitag, 23. Oktober 2020

Südtiroler auf Oscar-Kurs

Südtirol/Los Angeles. Es ist zwar erst der erste Schritt, aber es ist ein sehr wichtiger Schritt: „Was wir wollten“, der Debütfilm der Nordtirolerin Ulrike Kofler, wird von Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt. Im Hauptcast des Liebesdramas befinden sich Lavinia Wilson und „Fuck ju Göthe“-Star Elyas M'Barek, ebenso Anna Unterberger aus Bozen und Lukas Spisser aus Gröden.

„Was wir wollten“, der Debütfilm der Nordtirolerin Ulrike Kofler, wird von Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt.
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„Was wir wollten“, der Debütfilm der Nordtirolerin Ulrike Kofler, wird von Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt.
Ulrike Kofler (46) war bisher vor allem als Cutterin tätig und erstellte die Schnittfassungen großer österreichischer Produktionen wie „Gruber geht“ und „Was hat uns bloß so ruiniert“ (beide von Regisseurin Marie Kreutzer , 43) oder Josef Haders (58) „Wilde Maus“. Für ihr Debüt als Regisseurin hat die gebürtige Innsbruckerin eine gefühlvolle Liebestragödie gewählt, die auf der Kurzgeschichte „Der Lauf der Dinge“ des Schweizers Peter Stamm (57) basiert.

Dabei geht es um das Paar Alice (Lavinia Wilson , 40,) und Niklas (Elyas M'Barek , 38), dem die Erfüllung seines großen Kinderwunsches offenbar nicht vergönnt zu sein scheint. Trotz unzähliger Versuche wird Alice einfach nicht schwanger. Um auf andere Gedanken zu kommen, machen sie sich daher auf nach Sardinien, wo sie schon bald das Tiroler Paar Christl (Anna Unterberger , 35) und Romed (Lukas Spisser , 35) kennenlernen. Diese haben zwar 2 Kinder (Iva Höpperger , 7, aus Fritzens und Fedor Teyml ), doch auch ihr Leben ist nicht perfekt... „Was wir wollten“ soll am 2. November im Wiener Gartenbaukino Premiere feiern (Filmladen Verleih), der österreichische Kinostart soll am 6. November erfolgen. Ab 11. November ist der Film weltweit beim Streaming-Dienst Netflix abrufbar.

Nun wurde Koflers Film vom Fachverband der Film- und Musikwirtschaft zu Österreichs Kandidat für den Auslandsoscar gekürt. Bei der „durchaus leidenschaftlich geführten Besprechung der Für und Wider der eingereichten Filme“ seien die „eindrucksvolle Machart und die genaue Beobachtung der Beziehungsgeschichte eines Ehepaars, dessen sehnlicher Kinderwunsch nicht in Erfüllung gehen will, hervorgehoben“ worden. Gelobt wurden auch die schauspielerischen Leistungen sowie die „glaubhafte, aber auch trocken-pointierte Erzählung“, hieß es in der Aussendung.

Wie geht's nun weiter?

Wie geht's nun weiter? Aus allen Einsendungen, die bei der Oscar-Academy für die Kategorie „Bester internationaler Film“ eingereicht werden (im Vorjahr waren es 91 Nationen), werden 10 Filme ausgesucht, die es auf die sogenannte Shortlist schaffen; von diesen erhalten dann wiederum 5 tatsächlich eine Oscar-Nominierung. Die Verleihung ist für Ende April 2021 in Los Angeles geplant.

Österreich durfte in der Vergangenheit bei der Oscars-Gala schon öfters jubeln. 2013 gewann „Amour“ von Regisseur Michael Haneke (78) die Trophäe als „Bester fremdsprachiger Film“; Christoph Waltz (64) holte sich den Oscar 2010 und 2013 als „Bester Nebendarsteller“ (für „Inglourious Bastards“ und „Django Unchained“); Regisseur Stefan Ruzowitzky (58) konnte 2008 mit „Die Fälscher“ die Auszeichnung als „Bester fremdsprachiger Film“ gewinnen.

Die Liste lässt sich mit Billy Wilder, Fred Zinnemann und weiteren in Österreich geborenen Hollywood-Legenden fortsetzen. Erster in dieser Reihe war übrigens Komponist Max Steiner , der unter anderem die Partituren zu „Vom Winde verweht“, „King Kong und die weiße Frau“ sowie „Casablanca“ schrieb. Der gebürtige Wiener war 24 Mal für den Oscar nominiert und gewann ihn 3 Mal. Der „Vater der Filmmusik“ holte sich seine erste Trophäe 1935 für die Musik zum Film „The Informer“ (Der Verräter).

d