Mittwoch, 17. Oktober 2018

Südtiroler bei wichtigstem Naturfotowettbewerb prämiert

Wie muss ein Foto sein, um aus 50.000 anderen herauszuragen? „Es muss einen Aha-Effekt auslösen“, ist Naturfotograf Georg Kantioler überzeugt. Seine 2 Bilder einer Gletscherhöhle am Ortler und der Geisler Spitzen wurden am Dienstagabend beim wichtigsten Naturfotowettbewerb der Welt prämiert.

Gletscherhöhle am Ortler. - Foto: Georg Kantioler
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Gletscherhöhle am Ortler. - Foto: Georg Kantioler

Das Tagblatt Dolomiten hat mit dem preisgekrönten Naturfotografen aus Feldthurns gesprochen.

„Dolomiten“: Wie sind die beiden Fotos entstanden? 

Kantioler: Im Sommer 2017 sind Horst Eberhöfer und ich in die Höhle am Ortler (rechts) hinaufgestiegen und haben immer wieder den Ort aufgesucht, was nicht ungefährlich war. Irgendwann haben wir beschlossen, bis zum Herbst zu warten, wenn die Lärchen den Höhepunkt der Färbung erreichen, damit wir dieses Gelb-Orange einfangen können. Das Wetter musste mitspielen, es war ein klarer kalter Tag, genaue Planung war also angesagt. Bei den Geislerspitzen (oben) war es ganz anders: Jeden Tag beobachte ich sie von zu Hause aus, und wenn ich eine ganz besondere Stimmung erkenne, breche auf, um sie zu fotografieren. Die Stimmung, die vorherrschte, als ich das Foto geschossen habe, habe ich in den 25 Jahren vorher noch nie erlebt und werde ich nie mehr erleben.

„Dolomiten“: Zwei Ihrer Bilder hat die Jury des „Wildlife Photographer of the Year“ -Wettbewerbs ausgewählt. Was glauben Sie, was die Juroren aus der Flut an 50.000 Fotos überzeugt hat?

Kantioler: Ich selbst war mehrmals Jurymitglied bei internationalen Fotowettbewerben, deshalb kenne ich die Abläufe gut. Man sieht Tausende fantastische Bilder, aber um bei einem Wettbewerb herauszuragen, muss das Foto neue Perspektiven, neue Farbkombinationen zeigen, den Betrachter überwältigen. Ein schönes Bild ist geeignet für einen Kalender, aber um bei diesem Wettbewerb zu siegen, braucht es mehr.

„Dolomiten“: Ihre beiden Bilder sind als „lobende Erwähnung“ in der Kategorie Landschaften prämiert. Was bedeutet der Preis für Sie?

Kantioler: Es ist die größte Anerkennung, die man bekommen kann. Es ist wie der Oscar der Fotografie. Noch dazu in der Kategorie Landschaftsfotografie, die vielleicht schwierigste, gleich 2 Mal lobend erwähnt zu werden, ist eine große Freude. Dieses Ziel habe ich immer angestrebt. 

D/eva

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol