Donnerstag, 23. März 2017

Altes Schauspielhauses Stuttgart: „Jeder stirbt für sich allein“

„Jeder stirbt für sich allein“ gilt als das erste Buch eines deutschen, nicht-emigrierten Schriftstellers über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Das Stück wird auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts in Brixen, Meran und Schlanders gezeigt. - Foto: Jürgen Frahm
Das Stück wird auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts in Brixen, Meran und Schlanders gezeigt. - Foto: Jürgen Frahm

Erst im vergangenen Jahrzehnt wurde das Buch zum internationalen Bestseller. Aus dem umfangreichen Werk hat Volkmar Kamm eine Bühnenfassung für das Alte Schauspielhaus Stuttgart erstellt. Seine Inszenierung des Stückes wird auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts in Brixen, Meran und Schlanders gezeigt.

Werkmeister Otto Quangel und seine Frau Anna führen in Berlin ein ruhiges und angepasstes Leben, doch als ihr einziger Sohn 1940 an der Front fällt, beschließt Otto, etwas gegen das NS-Regime zu tun.

Unterstützt von Anna schreibt er Postkarten mit regimekritischen Aufrufen und legt diese in Treppenhäusern der Stadt in der Hoffnung aus, in den Köpfen seiner Mitmenschen etwas bewirken zu können.

Umgeben von überzeugten Nationalsozialisten, Karrieristen, Opportunisten, Kleinkriminellen und Menschen, die sich aus Angst vor Konsequenzen dem staatlichen Druck anpassen, ist dies ein ebenso riskantes wie wenig erfolgversprechendes Unternehmen, denn die Karten werden gefunden und bei der Polizei abgegeben.

Kommissar Escherich übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall, der sich als schwieriger als erwartet erweist. Gedrängt von seinem Vorgesetzten, Obergruppenführer Prall, gerät Escherich immer mehr unter Druck. Er muss Ergebnisse präsentieren.

Den Roman, der auf dem authentischen Fall des Ehepaars Otto und Elise Hampel basiert, schrieb der gesundheitlich zerrüttete Hans Fallada 1946 in der Berliner Charité in kaum vier Wochen — seine Veröffentlichung im Jahr darauf erlebte er nicht mehr.

Die Aufführungen finden am 29. März im Forum in Brixen, am 30. März im Stadttheater von Meran und am 31. März im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders statt und beginnen jeweils um 20 Uhr. Kostenlose Einführungen um 19.15 Uhr.

stol

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