Mittwoch, 02. März 2016

Bunbury - Oder wie wichtig es ist, E/ernst zu sein

Wer wünscht sich nicht hin und wieder einen Bruder, dem man all seine schlechten Eigenschaften zuschreiben kann? Käme ein schwerkranker Freund als Ausrede für alle Lebenslagen nicht manchmal gelegen? Wer hätte nicht schon mal gerne einen Antrag auf ein Zweitleben gestellt?

Foto: Diana Küster
Foto: Diana Küster

Die Dandys Jack Worthing und Algernon Moncrieff genießen ihr Doppelleben: Während Algernon seine ausgedehnten Landpartien mit Krankenbesuchen bei seinem erfundenen Freund Bunbury begründet, rechtfertigt Jack seine häufigen Ausflüge in die Metropole mit seinem hoffnungslos verkommenen und hilfsbedürftigen Bruder namens Ernst – und nennt sich in der Stadt selbst Ernst. Kompliziert wird es, als Frauen ins Spiel kommen: Schon immer wollte Gwendolen einen Mann namens Ernst heiraten. Als sich ihr Jack als sein Alter Ego Ernst vorstellt, ist es um sie geschehen. Im Gegenzug reist Algernon auf Jacks Landgut und stellt sich dort als dessen Bruder Ernst vor. Dort trifft er auf Cecily, die auch schon immer von einem Ernst träumte.

„The Importance of Being Earnest“ lautet der englische Titel von Oscar Wildes Verwechslungskomödie. Alle wollen nur eines: E/ernst sein. Doch das gelingt nur Jack. Lügend hat er – ohne sein Wissen – immer die Wahrheit gesagt. Regisseur Jan Neumann lässt die Verwechslungskomödie auf einer Kasperlbühne spielen und wählt die Situation eines Theaters im Theater um Oscar Wildes Spiel mit Identitäten gerecht zu werden. 

Die Aufführungen finden am 9. März im Forum in Brixen und am 10. März im Stadttheater in Meran statt und beginnen um 20 Uhr. Kostenlose Einführungen um 19.15 Uhr.

Restkarten an der Abendkasse; Infos unter 0471 313800, im Internet: www.kulturinstitut.org

stol 

stol