Montag, 05. Juli 2021

Carambolage geht nach einer turbulenten Spielzeit in die Sommerpause

Nach einer turbulenten Saison schließt das Bozner Kleinkunsttheater Carambolage während der Sommermonate seine Tore.

Das Kleinkunsttheater Carambolage in Bozen schließt bis zum Herbst seine Tore.
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Das Kleinkunsttheater Carambolage in Bozen schließt bis zum Herbst seine Tore. - Foto: © Carambolage
Flexibilität, Durchhaltevermögen und die Suche nach kreativen Lösungen war in den letzten Monaten gefragter denn je. Nach der erfolgreichen open-air-Produktion „Die Niere“, die im August und September in Zusammenarbeit mit den Rittner Sommerspielen in Oberbozen präsentiert wurde, war es im Oktober wieder möglich, in der Carambolage live vor Publikum zu spielen. Natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen getreu dem Carambolage-Motto „Let’s play safe“.

Die Herbstproduktion „Drosseln (Swallow)“ mit 4 Schauspielern war von Regisseur Joachim Gottfried Goller sogar so inszeniert, dass sich die Akteure nie auf der Bühne zu nahe kamen bzw. durch Wände voneinander getrennt waren.

Trotzdem gingen ab November wieder die Theaterlichter aus. Zahlreiche Kabarettgastspiele und Konzerte wurden abgesagt bzw. verschoben, nur Theaterproben waren im Profibereich weiterhin erlaubt. Hinter verschlossenen Türen ging die Arbeit an der Eigenproduktion „Name: Sophie Scholl“ mit Katharina Gschnell unter der Regie von Stefanie Nagler weiter. Der Premierentermin war zunächst ungewiss.

Ein weiteres Stück zu planen, zu proben und in die Warteschleife zu setzen, war für das Carambolage-Team keine Option. Man entschied sich bewusst für Plan B und erarbeitete Produktionen, die auf jeden Fall stattfinden konnten. So wurde das Hörbuch „Übern Zaun“ von Brigitte Knapp produziert, und man wagte mit dem Stück „Superspreader“ ein virtuelles Theaterexperiment.

Peter Schorn präsentierte den aktuellen Monolog aus der Feder von Albert Ostermaier in einer eigens fürs Internet konzipierten Inszenierung von Eva Kuen. An 17 Abenden schlüpfte Schorn in die Rolle des „Superspreader“, und zwar live vor einem Online-Publikum auf der Plattform Zoom.

Im Mai konnten die Zuschauer wieder auf der realen Carambolage-Bühne begrüßt werden. Die Premiere des Stücks „Name: Sophie Scholl“ konnte sogar auf den 9. Mai gelegt werden – das ist jener Tag, an dem die Widerstandskämpferin 100 Jahre alt geworden wäre. Wegen großer Nachfrage wurden Ende Mai Zusatztermine eingeschoben. Die Carambolage-Saison endete im Juni mit Kabarett- und Theater-Gastspielen von und mit Südtiroler Künstlern.

Nach der Sommerpause heißt es ab Oktober wieder „Vorhang auf“. Auf dem Plan steht die Wiederaufnahme der Erfolgskomödie „Die Niere“ mit Margot Mayrhofer, Karin Verdorfer, Günther Götsch und Markus Oberrauch unter der Regie von Helga Walcher.

Freunde des Wort- und Musikkabaretts können sich in der kommenden Saison auf viele namhafte Gäste freuen. Alfred Dorfer, Roland Düringer, Anna Mateur, Kay Ray, Stefan Waghubinger, Gunkl, Bodecker & Neander, Lars Reichow, Onkel Fisch und Nekatrios Vlachopoulos haben ihr Kommen angekündigt.

Um all dies zu ermöglichen, haben die Autonome Provinz Bozen und die Stadtgemeinde Bozen die Kontinuität ihrer finanziellen Unterstützung zugesichert. Auch alle Privatsponsoren halten der Carambolage die Treue, und die Stiftung Südtiroler Sparkasse wird das Kleinkunsttheater mit einem Beitrag von 17.500 Euro unterstützen.

stol

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