Montag, 03. Oktober 2016

"Der Herr Karl" in Bruneck zu Gast

Man kann Österreich nur verstehen, wenn man einmal in seinem Leben "Der Herr Karl" gesehen hat. Wer das Stück öfter sieht, der wird fasziniert feststellen, dass sich Zeiten und Umstände ändern können. Die menschliche Seele allerdings nicht, so das Brunecker Stadtheater am Montag in einer Aussendung. "Der Herr Karl" gastiert nun in der Rienzstadt.

"Der Herr Karl" gilt als die Verkörperung der österreichischen Nachkriegsseele. - Foto: Stadttheater Bruneck
"Der Herr Karl" gilt als die Verkörperung der österreichischen Nachkriegsseele. - Foto: Stadttheater Bruneck

2016 sitzt der Herr Karl noch immer im Lager eines Feinkostgeschäftes, jener freundliche Durchschnittsbürger, der im Grunde ein guter Mensch ist - schlecht ist ja leider nur die Welt. Der Herr Karl erzählt einem jungen Menschen, wie das damals so gewesen ist in Österreich. Es war eine furchtbare Zeit, aber "a Hetz hama scho ghabt". Beim Heurigen. Und über die anderen Sachen will man nicht weiter nachdenken.

"Man muss es sich halt ein bissl richten"

Denn der Herr Karl ist ein Überlebenskünstler. Und das mit der Politik war in Österreich immer schon schwierig. Man hat nie gewusst, welche die stärkere Partei sein wird. Wie soll man sich denn da als Wähler entscheiden? Obwohl man natürlich Werte hat. Solange man daraus einen gewissen Nutzen ziehen kann. Im Leben und in der Liebe ist es wie im Geschäft: Man muss es sich halt ein bissl richten. 

Merz und Qualtinger gaben der österreichischen Seele einen Namen

Der große Verdienst von Carl Merz und Helmut Qualtinger, die im Wien der Nachkriegszeit als Autorenduo zusammenarbeiteten, ist es, dass sie der österreichischen Seele einen Namen gegeben haben: Herr Karl. Und es ist bis heute eine große Freude, dem heimlichen Ahnherren unseres Landes zu lauschen. Neben "Der Herr Karl", der ursprünglich für den ORF verfilmt wurde, schrieben die Autoren auch die legendären "Travnicek-Dialoge". 

Es spielt: Elmar Drexel, die Regie führt Klaus Rohrmoser. Eva Praxmarer zeichnet für die Bühne verantwortlich, die Regieassistenz liegt bei Judith Knoll.

Gespielt wird am 7. Oktober im Stadtheater Bruneck um 20. Uhr.

stol

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