In über fünfzig Ländern der Welt aufgeführt, stellen die Theaterstücke von Delbono Gesamtkunstwerke dar, die er mit einer erprobten Gruppe von Schauspielern realisiert. Darunter auch Menschen aus sozialen Randgruppen, die mittlerweile zu einem zentralen Teil seiner Poetik und Theatererfahrungen geworden sind.„Dopo la battaglia“ ist sein letztes Werk, er wurde dafür mit dem Premio Ubu 2011 für das beste Theaterstück ausgezeichnet. Es präsentiert sich wie eine Reflexion über das Wiederaufleben nach einem Zustand der Schwäche und einer nicht nur intimen, sondern realen und tiefen Krise. Das Stück von Delbono zeigt uns, dass der Frieden nur nach einer langen qualvollen Phase erreicht werden kann, in der der Existenzkampf erst der Ausgangspunkt ist. Ähnlich erging es diesem Theaterprojekt, das ursprünglich als Oper für das Teatro Massimo Bellini von Catania erdacht worden war, dann aber auf Grund fehlender Finanzmittel und tiefem Unverständnis, wieder verworfen wurde.Musik und Tanz sind wichtige Bestandteile dieser Aufführung geblieben, an der zwei große Künstler mitarbeiten, die Tänzerin Marigia Maggipinto, Mitglied der legendären Kompanie von Pina Bausch und Alexander Balanescu, Komponist und Geigenvirtuose, Autor einiger der herzzerreißendsten Stücke des Klangteppichs. Neben ihnen, Bobò, ein Künstler der die Poetik von Delbono perfekt repräsentiert. Ihm ist das Stück auch gewidmet. Von der Vergangenheit in die Gegenwart, von den Wurzeln bis heute: Die von Delbono beschriebenen Werdegänge und Lebensgeschichten erzählen von den anstrengenden Schritten um sich aus der Ausgrenzung zu befreien, von den unauslöschlichen Beziehungen zu den eigenen Wurzeln und den Erinnerungen an verstorbene wichtige Menschen, in primis Pina Bausch, leuchtender Stern für den ligurischen Autor.Tanz und Musik, aber auch Video und Performance, die Bilder und die Ereignisse folgen auf der Bühne auf das Echo der Poeten wie Antonin Artaud, Franz Kafka, Alda Merini, Pier Paolo Pasolini, Walt Whitman, Rainer Maria Rilke und laden zu einer visionären Reise, die die Grenzen des Theaters überschreitet.„Dopo la battaglia“ ist ein Stück, das die Türen zu unserem existenziellen Dunkel aufreißt, in einen fortlaufenden Fluss mündet, den Raum durchquerend. Schnelligkeit, Horizontwechsel, Lärm und Stille sind in einem ständigen Wechsel: die Schauspieler fallen kontinuierlich ins Unerwartete ein, in eine Situation ewiger Metamorphose, genau wie die Musik, die die Klänge von Giuseppe Verdi, Niccolò Paganini und Pjotr Iljitsch Tschaikowski mit den Originalkompositionen von Alexander Balanescu miteinander verknüpft.Vom Publikum und der Kritik ausgezeichnet, stellt „Dopo la battaglia“ einen wichtigen Schritt im künstlerischen Werdegang von Delbono dar, mit dem er seiner Sprache eine weitere Dimension hinzufügt, indem er auf Videoeffekte und cineastische Atmosphäre setzt und so seine Lust am Experimentieren fortzusetzt.