Samstag, 24. Oktober 2020

„Eine Peep-Show für Aschenputtel“ auf Südtirol-Tournee

Nach der Vorpremiere beim Oriente Occidente Dance Festival Rovereto und nach 21 Aufführungen in Bozen, die sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik großen Anklang gefunden haben, geht „Eine Peep-Show für Aschenputtel“ auf Südtirol-Tournee.

Die Gruppe Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt inszeniert das Märchen vom Aschenputtel in einer neuen Leseart.
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Die Gruppe Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt inszeniert das Märchen vom Aschenputtel in einer neuen Leseart. - Foto: © teatrolaribalta
Erste Station der neuen Produktion des Ensembles Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt ist das KIMM in Meran, wo vom 27. bis 31. Oktober insgesamt 8 Aufführungen auf dem Programm stehen (Beginn jeweils um 19.00 und um 20.30 Uhr). Weil die Zuschauerplätze begrenzt sind, müssen die Karten reserviert werden. Von Meran zieht „Eine Peep-Show für Aschenputtel“ Ende November nach Brixen weiter. Im nächsten Jahr sind weitere Aufführungen in Südtirol geplant.

„Eine Peep-Show für Aschenputtel“ ist nicht einfach ein Tanztheater-Stück, sondern eine ganz besondere physische und sinnliche Erfahrung. Die Zuschauer werden begrüßt, bekommen einen Jeton in die Hand gedrückt und betreten dann eine Kabine, von der aus sie durch ein Guckloch das Treiben auf der Bühne erspähen können: In einem Ballsaal versuchen Abend für Abend junge Damen die Blicke des Prinzen auf sich zu ziehen in der Hoffnung auf den Schuh, der ihr Leben verändern wird.



Tänzer, Schauspieler agieren auf einer kreisrunden Bühne, das Publikum sitzt rundherum in 14 Einzelkabinen für ebenso viele Zuseher. Entworfen wurde der Bühnenraum vom Bühnenbildner Roberto Banci, den das Bozner Ensemble bereits für das Stück „Otello Circus“ engagiert hatte.

Aschenputtel neu interpretiert

Der eigenwillige szenische Raum erfüllt einerseits die Sicherheitsauflagen und erinnert andererseits sowohl der Form als auch der Funktion nach an die Peep-Shows, wie man sie von vielen europäischen Großstädten kennt. An diesem Ort der „Unmoral“ setzt man sich bewusst den Blicken von Beobachtern aus, die in Kabinen hinter spiegelverglasten Gucklöchern sitzen. Darsteller und Publikum teilen sich die komplexe, mit großem Aufwand gestaltete Szenerie.

Die Gruppe Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt inszeniert in dieser Hochburg des Voyeurismus das Märchen vom Aschenputtel in einer neuen Leseart. Die Peep-Show wird zum Ballsaal, in den ein Prinz, der auf Brautschau ist, alle Mädchen im heiratsfähigen Alter einlädt. Viele junge Damen folgen der Einladung in der Hoffnung, den Prinzen für sich gewinnen zu können.



Das Stück wurde von Paola Guerra geschrieben, Regie führt Antonio Viganò, die Choreografie stammt von der Tänzerin Michela Lucenti, die Kostüme von Elena Beccaro. Auf der Bühne steht neben 7 Mitgliedern des Ensembles der Bozner Schauspieler Paolo Grossi, der mit den Darstellern auch propädeutisch gearbeitet hat. Für die Neuzugänge Sara Menestrina und Stefania Mazzilli Muratori wird es der erste Auftritt überhaupt sein. Die Inszenierung von „Eine Peep-Show für Aschenputtel“ ist eine Koproduktion von Teatro la Ribalta-Kunst der Vielfalt und dem Tanzfestival Oriente Occidente. Die Südtirol-Tournee wird von der Region Trentino-Südtirol finanziell unterstützt.





„Eine Peep-Show für Aschenputtel“ ist im KIMM in Meran vom 27. bis 31. Oktober 2020 zu sehen. Es gibt jeden Abend 2 Vorstellungen. Da für jede Vorstellung nur 14 Zuschauerplätze zur Verfügung stehen, müssen die Karten reserviert werden. Vormerkungen sind per E-Mail ([email protected] ) oder telefonisch unter der Nummer 0471 324943 möglich.

stol