In drei Szenen - gegliedert nach den Tageszeiten morgens, mittags und abends - hadert ein alter Schauspieler mit seiner Vergangenheit. Er hat die ganze Familie überlebt, führt aber in Selbstgesprächen den Streit mit der längst verstorbenen Ehefrau weiter.Selbst Shakespeare und Schopenhauer sind seine Widersacher geworden. Sein Alltag spielt sich nun in einem schäbigen Zimmer ab, in dem er Besuch von Mäusen bekommt, die hinter einer Fußleiste leben. Diese Tiere stattet er mit Namen wie Admiral Nelson oder Dönitz aus, und schließlich will er sie vergiften. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein neunjähriges Mädchen, das ihm einmal wöchentlich Milch bringt, obgleich er Milch verabscheut. Sie darf - außer ihm selbst - als einzige die Shakespeare-Krone aufsetzen, die er einmal als Erinnerungsrequisit von einer Aufführung mitgenommen hat. Und unversehens spricht er einen Satz, der alle von sich selbst besessenen monomanen Bernhard-Figuren in ihrem unaufhörlichen Monologisieren, ihrer zwanghaften Ich-Darstellung erklären könnte: „Wir existieren nur, wenn wir sozusagen der Mittelpunkt der Welt sind."Das Stück war Thomas Bernhards Geschenk an Bernhard Minetti zu dessen 80. Geburtstag. Bernhard übergab Minetti sein Werk mit der kurzen Bemerkung: „Machen Sie mit dem Stück, was Sie wollen."Termine: Premiere: Fr. 12.03.10, 20 UhrSo. 14.03.2010, 18 UhrMi. 17.03.2010, 20 UhrDo. 18.03.2010, 20 UhrFr. 19.03.2010, 20 UhrSa. 20.03.2010, 20 UhrDie letzte Vorstellung am 21. März musste leider abgesagt werden. Ticketreservierungen unter: 0474/412102 oder ticket@stadttheater.eu