Am 9. September wird „Du bleibst bei mir“ am Volkstheater erstmals gezeigt. In dem Auftragsstück widmet sich der Tiroler Autor dem Leben der Schauspielerin Dorothea Neff, die in der Nazi-Zeit ihre jüdische Freundin in ihrer Wiener Wohnung versteckt hatte und dafür in Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurde. Am 28. August läuft auf ORF 2 der neueste „Tatort“ aus seiner Feder: „Lohn der Arbeit“ ist „eine ziemlich heiße Geschichte“ und „wie fast alles von mir von einer wahren Begebenheit inspiriert“, so Mitterer.Der Fernsehkrimi handelt von mazedonischen Schwarzarbeitern, die in einem Baucontainer vergessen werden, weil sich ein Subunternehmer abgesetzt hat. Als der wahre Fall aufgedeckt worden sei, hätten die Arbeiter nicht ihren ausständigen Lohn, sondern ihren Abschiebungsbescheid bekommen, entrüstet sich Mitterer. „Wenn ich das zu einem eigenen Film mache, schalten die Zuschauer nicht einmal ein. Als 'Tatort' werden wir aber mit dieser Geschichte sicher wieder viele Zuschauer erreichen“, schätzt der Autor die Möglichkeit, über die beliebte TV-Krimi-Serie gesellschaftliche Anliegen zu transportieren. Was er weniger schätzt, sind die „Droh-SMS“, mit denen er von der Redaktion bereits laufend an den bereits überschrittenen Abgabe-Termin für sein nächstes „Tatort“-Drehbuch erinnert wird.„... und schon stehen drei Geschichten neben dir“„Seit 1977 habe ich immer abwechselnd Stücke und Drehbücher geschrieben“, sagt Vielarbeiter Mitterer, der mitten in seiner Übersiedlung von Irland nach Österreich steckt und künftig sein Geschichten-Reservoir wieder in heimischen Gestaden auffüllen wird: „Ich wollte ein paar Jahre weggehen – und dann sind 15 Jahre daraus geworden. Als ich bereits auf Englisch geträumt habe und mir deutsche Wörter nicht mehr eingefallen sind, habe ich gemerkt: Es ist Zeit für die Rückkehr. Ich brauche einfach die Sprache. Es sind mir allmählich die Geschichten ausgegangen. Hier brauchst du nur in ein Wirtshaus zu gehen – und schon stehen drei Geschichten neben dir.“Der Tiroler Autor hat sein Haus in Irland verkauft und übersiedelt derzeit in das Weinviertel. Bis die Renovierung des Bauernhauses, dessen Grundmauern auf das Jahr 1300 zurückgehen, abgeschlossen ist, wohnt er bei seiner Tochter in Wien – und wartet sehnsüchtig darauf, dass er die Container mit seinem aufgelösten Haushalt auspacken kann. Darunter sind nämlich auch die Unterlagen zahlreicher Projekte. „Aufträge gibt's weiß Gott genug. Ich bin so viel schuldig. Es gibt mehr als genug zu tun.“ Rasch hinzugefügter Nachsatz: „Worüber ich sehr froh bin.“Für die Telfser „Jubiläumspassion“ zur 400-Jahr-Feier 2013 hat er den Auftrag angenommen, eine komplett neue Version der Passionsgeschichte zu schreiben. „Ich habe einen Riesen-Respekt davor – das ist eine große Herausforderung.“ Für Rattenberg schreibt er ein Stück über Franz von Assisi („Der radikalste und mutigste Mensch, der mir je untergekommen ist.“).„Die Russen-Saga“Auch die Drehbücher zu seinem Zweiteiler „Die Russen-Saga“, mit denen er seine „Piefke-Saga“ weiterschreiben will, warten darauf, geschrieben zu werden. „Ich hatte Angst, dass das unaktuell wird. Aber das ist nicht der Fall, auch wenn heute nicht mehr so viel darüber gesprochen wird. In Ischgl etwa kommen deutsche und russische Gäste gar nicht mehr zusammen. Man ist draufgekommen: Das geht nicht. Also wohnen in einem Hotel Russen und in einem anderen Deutsche.“ Doch nicht nur aus Aktualitätsgründen drängt die Zeit: „Dietrich Mattausch, der den deutschen Fabrikanten Sattmann in der 'Piefke-Saga' gespielt hat, hat mich bereits angerufen und mich an sein Alter erinnert. Der Kurt Weinzierl ist mir ja schon weggestorben. Aber er hat noch gesagt: Kein Problem, den Bürgermeister spiele ich dir noch als ein Toter. Und das wird auch so sein, was immer wir dafür aufführen müssen – altes Material neu zusammenschneiden oder so -, aber er muss dabei sein. Ich hab's ihm versprochen!“ apa