Das Göteborg Ballet ist eine der bekanntesten Tanzkompanien aus dem skandinavischen Raum, mit mehr als zwanzig Tänzern und mit einem Repertoire an Aufführungen von weltberühmten Choreographen wie Alexander Ekman, Jo Stromgren, Johan Inger, Jorma Elo und Wim Vandekeybus. Ursprünglich beschäftigte sich das Göteborg Ballet mit klassischem Tanz, erst in den letzten zehn Jahren ist die Kompanie zum zeitgenössischen Tanz übergegangen. Der Grund für diesen Wechsel ist sicherlich auf den neuen künstlerischen Leiter Johannes Öhman zurückzuführen. Öhman hat seine Tätigkeit auch auf die Ausweitung des Repertoirs konzentriert, mit Schwerpunkt auf Werke nordeuropäischer Choreographen. „Ich bin mit dem klassischen Tanz aufgewachsen und ich respektiere ihn auch. Wenn er gut gemacht ist, dann kann er phantastisch sein, ansonsten ist er schrecklich. Auf jeden Fall ist der klassische Tanz nicht mehr für meine Tanzkompanie geeignet, das war vor zehn Jahren schon so und ist heute schon längst kein Thema mehr“, betont Öhman, der einst Solist am Royal Swedish Ballet war. Göteborg Ballet erstmals in Bozen Das Göteborg Ballet tritt zum ersten Mal in Italien auf und präsentiert als Abschluss von Spring Emotions 2010 ein Programm, das sich um drei verschiedene Bearbeitungen eines der bekanntesten Werke der Musikgeschichte dreht. Es handelt sich um den weltberühmten “Boléro” von Ravel. 3 x Boléro also, von drei Choreographen umgesetzt. Den Auftakt macht Johan Ingers preisgekröntes Stück Walking Mad aus dem Jahre 2001 für das Nederlands Dans Theater I, bereits im Repertoire vieler Tanzkompanien, gefolgt vom finnischen Choreographen Kenneth Kvarnström mit OreloB (2008), ein neuarrangierter Boléro im Rockstil des Komponisten Jukka Rintamäki und abschließend das Stück Episode 17 vom schwedischen Choreographen Alexander Ekman.Walking MadIn diesem Stück von Johan Inger (Solist am Schwedischen Königsballett, Tänzer am Nederlands Dans Theater von Jiri Kylian und seit 2008 freischaffender Choreograph) sind neun Interpreten zu sehen, die mit sprühendem Witz facettenreich die erotische Kontaktanbahnung zwischen Männern und Frauen darstellen. In dieser Aufführung symbolisierte eine große Mauer im Hintergrund die Konflikte zwischen Mann und Frau. Das Paar ist jedoch nicht immer isoliert, denn es wird teils in das kollektive Geschehen miteinbezogen, eine Kollektivität, die wiederum von der wachsenden Steigerung des Boléro überflutet wird. Der Schluss endet tragisch mit dem Stück “Für Alina” von Arvo Pärt.OreloBAuf der Bühne stehen fünf Tänzer des Choreographen Kenneth Kvarnström in einem Stück, das ein wiederholtes Aufeinanderfolgen von fallenden und aufsteigenden Körpern zeigt. Die Tänzer erscheinen wie mechanische Teile einer einheitlichen Maschine, in einem hervorragenden Lichtspiel, untermalt mit Musik in Rockversion des Komponisten Rintamaki.Episode 17In dieser Aufführung, die der erst 24–jährige, als Shootingstar der europäischen Tanzszene gefeierte, Alexander Ekman choreographierte, formiert sich das gesamte Ensemble zu einer irrwitzigen Performance mit karnevalesken Zügen.Das gesamte Stück ist, wie der Titel schon sagt, in 17 Bildern aufgebaut, wobei in jedem die möglichen Interpretationen des bekannten “Boléro” von Ravel zum Ausdruck gebracht werden. Außerdem ist es der Versuch, eine Antwort auf verschiedene Fragen zu geben: Wie könnte Boléro interpretiert werden? Auf welche Art und Weise können die Tänzer durch diese Partitur sich selbst wahrnehmen und beschreiben? Kurzum, Episode 17 präsentiert verschiedene Antworten zu diesen Fragen, mit Ironie, Witz und Poesie.Informationen & KartenreservierungenStadttheater Bozen Telefon: 0471/053 800 Homepage: www.ntbz.net