Unschätzbar auch ihr Heimweh. Könnte man es wiegen oder messen, man käme vielleicht um die Erde - oder ins Guinnessbuch der Rekorde, Rubrik „fettestes Gefühl". Oder hält diesen Rekord das Fernweh, aktuelle Triebkraft Nummer eins?„HEIMWEH" beleuchtet beides. Die Sehnsucht nach zu Hause, ob es das nun noch gibt oder schon lange nicht mehr. Und das Heim-Weh, den Drang wegzukommen, aus- und aufzubrechen aus was auch immer für einem Heim, sei es beschützend oder beengend. Was verbirgt sich hinter „Heimweh"? Zwei Darsteller und ein Ghettoblaster präsentieren die musikalisch-theatrale Collage: die Münchner Schauspieler Evelyn Plank und Markus Fisher und ihr automatischer Playback-Begleiter. Regisseurin Julia Wahren hat ihre Lieder und Texte ausgewählt und zusammengestellt. Da geht es um Seemannsseligkeit und enttäuschte Liebe, da trifft man auf Cowboyromantik und obsessive Kuscheligkeit. Die Lieder, arrangiert von Jan Exner, kommen aus Rock, Pop und Schlagerwelt, die ältesten Hits sind von Franz Schubert und Robert Schumann. Die Texte stammen aus Belletristik und Wissenschaft und sind zum Teil alltäglichen Zeitgenossen abgelauscht; die Sprache ist schnoddrig bis kunstvoll komponiert, komisch, drastisch und poetisch.Das alles steht nebeneinander wie Leute auf einem Familienfoto: alt und jung, mächtig und schmächtig; fast jeder guckt geradeaus, aber man ahnt doch, wer hier am wichtigsten ist und wer stets die besten Scherze macht, wer Trost braucht und wer die andern unterm Tisch vors Schienbein tritt. Und vor allem, wer zu wem wie steht und was die Vorgeschichte ist von alledem. Aus versprengten Figuren wird - ahnungsweise und voller Vorbehalte - eine Gemeinschaft. Aus Momentaufnahmen wird ein kurioses Bild von einem Gefühl, das alle kennen.„Heimweh" wird am Donnerstag, 19. Und Freitag, 20. November jeweils um 20.30 Uhr in der Bozner Carambolage zur Aufführung gebracht. Kartenreservierungen über Telefon 0471 98 17 90 oder unter www.carambolage.org