Dienstag, 23. Juni 2015

Helmuth Lohner tot: „Unersetzbarer Verlust für die Josefstadt“

Der Wiener Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Helmuth Lohner ist in der Nacht auf Dienstag im Alter von 82 Jahren gestorben.

Helmuth Lohner ist tot.
Helmuth Lohner ist tot.

Der Tod Helmuth Lohners bedeute „einen unersetzbaren Verlust für die Josefstadt, für das deutschsprachige Theater und großen Schmerz für alle, die ihn kennen und ihm nahestanden“, hieß es heute in einer ersten Reaktion des Theaters in der Josefstadt.

„Helmuth Lohner war ein hinreißender Darsteller feinnerviger Charaktere, ein Sprachkünstler, dessen schauspielerische Präzision, Phantasie und Hingebungskraft bewundert wurde“, wurde Direktor Herbert Föttinger in einer Aussendung zitiert. „Abseits der Bühne war er ein bescheidener Mensch von feiner Gesinnung, der auch als Direktor der Josefstadt für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Güte stand.“

Lohner, der am 24. April 1933 in Wien geboren wurde, war einer der profiliertesten Charakterdarsteller seiner Generation.

Neben seinem Stammhaus, der Josefstadt, spielte er an zahlreichen großen Bühnen des deutschsprachigen Raums, darunter auch am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen, wo er u.a. insgesamt zehn Jahre (darunter fünf Sommer in der Titelrolle) in Hofmannsthals „Jedermann“ auf der Bühne am Domplatz stand.

Zu seinen Auszeichnungen zählen die Kainz-Medaille (1980), der Titel Österreichischer Kammerschauspieler (1993) und die Ehrenmitgliedschaft der Josefstadt (2003).

1997 wurde er Direktor des Theaters in der Josefstadt. Bereits zum Ende seiner ersten Direktionszeit hatte er 2003 mit Molières „Menschenfeind“ seinen Bühnen-Abschied gefeiert, sich aber ebenso zum Comeback überreden lassen wie zu seiner Rückkehr als künstlerischer Leiter nach einer einzigen Saison von Hans Gratzer.

Nach zwei Saisonen übergab Helmuth Lohner Mitte 2006 die Theaterleitung an Herbert Föttinger und war seither vorwiegend als freier Regisseur tätig.

apa

stol