Mittwoch, 22. September 2021

„INDANZA.21“: 10 Aufführungen in Trient, Bozen und Rovereto

Das Kulturzentrum S. Chiara stellt die Tanzsaison „InDanza.21“ in Trient, Bozen und Rovereto vor. 10 verschiedene Aufführungen für insgesamt 11 Theaterabende hat der künstlerische Leiter Renato Zanella von Oktober bis Dezember an den verschiedenen Spielstätten geplant.

Ab 23. Oktober starten die 10 Aufführungen in Trient, Bozen und Rovereto. - Foto: © InDanza

Nach dem Sommerprogramm mit verschiedenen Aufführungen im Freien, darf man sich ab 23. Oktober auf Ensembles aus Italien und Europa und geöffnete Theatersäle freuen.

Der zeitgenössische Tanz kehrt mit Aufführungen im Teatro Sociale und im Teatro Sanbàpolis in Trient, im Stadttheater Bozen und im Auditorium Fausto Melotti in Rovereto zurück.

Teatro Sociale und Sanbàpolis

Am 23. Oktober eröffnet die Compagnia Zappalà Danza die Saison im Teatro Sociale in Trient mit dem brandneuen Werk „Rifare Bach“. Das Werk feiert die 30-jährige Verbindung des sinnlichen Tanzes des katalanischen Choreografen Roberto Zappalà mit der Musik des großen deutschen Komponisten. 10 Tänzer verschmelzen ihre Körper mit Bachs Tönen und geben dem Publikum „die Morgendämmerung einer Menschheit zurück - erklärt der Choreograph – befreit von den tragischen und gewalttätigen Klängen der heutigen Zeit. Eine Welt, in der es noch möglich ist, auf die Natur und ihre Stille zu hören und die herzzerreißende und wunderbare Schönheit der Schöpfung zu verstehen“.

Schon am 9. November hebt sich am Sociale in Trient erneut der Vorhang für den Tanz: Auf der Bühne wird die holländische Kompanie ICK Amsterdam, geleitet von Emio Greco, mit dem Stück Blasphemy Rapsody zu sehen sein. Die Rhapsodie für 7 Tänzer ist während des Lockdowns zu den Klängen von Pizzica und Charleston entstanden- 2 von Raum und Zeit getrennten Tanzgattungen, die das Konzept der Ausdauer vereint. Dieselbe Ausdauer, die wir alle brauchen, um einmal mehr die Verletzlichkeit des Lebens akzeptieren zu können.

Der 14. November ist der jungen Szene und den aufstrebenden Choreografie-Talenten gewidmet. Anticorpi XL ist ein Netzwerk nationaler Akteur, die die nachkommende Generation von Tanzautoren fördert- Gezeigt wird eine Auswahl von kurzen „Erstlingswerken“ junger Choreografen.

Am 28. November ist Carlo Massari mit seiner „ungeschminkten“ Neuinterpretation von Igor Strawinskys Le Sacre du Printemps zu sehen. Right für 9 Tänzer der Opus Ballet Company überträgt die zentrale Idee des Sühneopfers einer Jungfrau aus dem Originallibretto auf die zeitgenössische Neigung, Frauen zu opfern, deren Schicksal in den Händen anderer liegt. Nicht ein Opfer, sondern eine ganze Generation, die in einer Art „Reproduktionsraum“ für ein Massaker eingeschlossen ist, das nichts und niemanden verschont.

Am 12. Dezember wird mit der Soirée Russe den Ballets Russes von Sergei Diaghilev gehuldigt. Daniele Cipriani Entertainment begibt sich auf eine Reise durch die Ballettgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wichtige zeitgenössische Choreografen zeigen ihre Neufassungen von Der Feuervogel (Marco Goecke), L'Après-midi d'un faune (Amedeo Amodio) oder das Frühlingserwachen (Uwe Scholz) oder die Suite Italienne aus Strawinskys Pulcinella (Riva & Repele). Die Musik wird live dargeboten von Marcos Madrigal und Alessandro Stella (Klavier), Lissy Abreu (Violine) und Massimo Mercelli (Flöte).

Bozen Stadttheater

2 großartige Titel für 3 intensive Theaterabende umfassen die Aufführungsreihe InDanza/ Bozen. Den Auftakt am Stadttheater Bozen macht am 20. November das Aterballetto mit Johan Inger und seiner Choreografie Don Juan. Ingers Neuinterpretation des literarischen Mythos wurde von der Fachzeitschrift Danza&Danza ausgezeichnet und bietet eine psychoanalytische Lesart des großen Verführers. Auf der Bühne die 16 herausragenden Tänzer von Italiens unabhängigen Tanzkompanie.


Foto: © Viola Berlanda



Auf der Grundlage verschiedener literarischer Quellen stellen Inger und sein Dramaturg Gregor Acuña-Pohl alle Hauptfiguren der Geschichte neu zusammen, wobei Don Juan im Mittelpunkt steht: Ein Verführer, aber auch ein zutiefst einsamer Mann, der das Kindheitstrauma des Verlassens durch seine Mutter in seiner Unfähigkeit zu lieben auslebt.

Der zweite Titel ist mit Der Nussknacker der Weihnachtsklassiker schlechthin und ein Schlüsselballett des späten 19. Jahrhunderts.


Foto: © InDanza



Nach Bozen kommt am 8. und 9. Dezember das Ballett des Nationaltheaters Prag und zeigt die choreografische Fassung von Youri Vàmos. Es spielt das Haydn-Orchester von Bozen und Trient unter der Leitung von Maestro Vaclav Zahradniek. Das 1883 gegründete Ballett des Prager Nationaltheaters kann auf eine lange choreografische Tradition und einen Ballettcorps von 70 Tänzer zurückgreifen.

Das Repertoire reicht von den großen Klassikern über neoklassische Titel bis hin zu zeitgenössischen Interpretationen. Youri Vámos, war Direktor der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, und hat seine Choreografie vor einigen Jahren in Bonn kreiert. Inspiriert hat er sich an Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und natürlich an E.T.A. Hoffmanns Nussknacker und Mäusekönig. Nussknacker – eine Weihnachtsgeschichte – so der Titel seines Werkes - spielt im London des 19. Jahrhunderts und will durch den Zauber des klassischen Balletts und die Magie von Weihnachten, die Seelen der Menschen verändern.

Rovereto: Auditorium Melotti

InDanza Rovereto startet am 29. Oktober: Auf dem Programm steht das Jubiläumsstück des römischen Spellbound Contemporary Ballet, das kürzlich seinen 25. Geburtstag gefeiert hat. Und so umfasst der mehrteilige Abend sehr unterschiedliche Choreografien. Der Spanier Marcos Morau hat mit Marte seine erste Arbeit für Spellbound geschaffen. In das Repertoire aufgenommen wurde Marco Goeckes Kultsolo Äffi, das bereits im Rahmen des Festivals Tanz Bozen zu sehen war. Mauro Astolfi hat seiner langjährigen Tänzerin Maria Cossu das Stück Unkown Woman auf den Leib kreiert. Sein Ensemblewerk Wonder bazaar für 9 Tänzer vervollständigt das Programm.

Der 13. November ist den Talenten von morgen gewidmet. Das Santa Chiara ist Partner des nationalen Netzwerks Anticorpi XL, das sich zum Ziel gesetzt hat, jungen Choreografen eine Bühne zu geben und bietet auch an diesem Abend eine spannende Auswahl an neuen Werken.

Aterballetto, Italiens wichtigste unabhängige Tanzkompanie, ist am 18. November im Melotti mit Storie zu Gast. Die Protagonisten des Abends sind 2 Choreographen, deren Namen zunehmend über die Landesgrenzen hinaus bekannt werden. Diego Tortelli, ist Choreograf in Residence des Ensembles. Philippe Kratz, ehemals führender Tänzer von Aterballetto, wurde 2020 mehrfach für seine Choreografien ausgezeichnet: Er gewann den Wettbewerb von Hannover und den Premio Danza&Danza für die beste Choreografie.

Ticketinfo

Teatro Sociale- Trient

Für die 4 Aufführungen, die bis Ende Dezember auf dem Programm stehen, steht ein Abo zum Preis zwischen 29 und 60 Euro zur Verfügung. Abos und Tickets können einen Tag nach dem offiziellen Verkauf der jeweiligen Kampagne online gekauft werden.Die Einzelkarten kosten zwischen 9 und 25 Euro. Für unter 26-Jährige und Studenten sind Reduzierungen vorgesehen.

Auditorium Melotti- Rovereto

Für die Aufführungen in Rovereto gibt es Einheitstickets zum Preis von 12 Euro. Es sind Reduzierungen vorgesehen für unter 26-Jährige (8 Euro) und für Tanzschulen (5 Euro). Einzeltickets sind ab 11. Oktober an der Kasse des Teatro Auditorium Trient und bei den Casse Rurali, Trient erhältlich.

Stadttheater Bozen


Für die Aufführungen am Stadttheater Bozen kosten die Tickets zwischen 9 und 30 Euro. Die Tickets werden ab 11. Oktober an der Kasse des Stadttheaters Bozen und online verkauft.

Der Zutritt zu den Aufführungen des S. Chiara ist nur mit dem Green Pass möglich. Beim Eintritt müssen die Zuschauer den zuständigen Mitarbeitern den QR Code des Grünen Passes vorweisen, auf die Freigabe warten und die Identitätskarte mit dem persönlichen Daten vorweisen.

Falls der Grüne Pass nicht zur Verfügung steht oder nicht mit den Daten der Identitätskarte übereinstimmt, ist der Zutritt zu den Aufführungen untersagt.

Weitere Infos können auf der Webseite eingesehen werden.

Das Programm


Foto: © InDanza






stol

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