Samstag, 07. November 2015

Italienisch-argentinisches Trio gewinnt „Niederstätter surPrize 2015“

Zum 14. Mal hieß es Vorhang auf für das Festival „Niederstätter surPrize“! Freitagnacht wurde in der Bozner Carambolage dann der Sieger gekürt: das Trio Trioche

TRIO TRIOCHE (I/ARG) gewinnt den „Niederstätter surPrize 2015“
TRIO TRIOCHE (I/ARG) gewinnt den „Niederstätter surPrize 2015“

In den vergangenen Tagen war die Aufmerksamkeit der internationalen Kleinkunstszene auf die Bozner Carambolage gerichtet. Insgesamt nahmen neun Künstler und -gruppen aus verschiedenen Ländern Europas daran teil und kämpften vom 4. bis 6.11. um die Gunst der Zuschauer und somit um die begehrten Siegertrophäen mit den dazugehörigen Preisgeldern (STOL hat berichtet).

Ohne Worte oder mehrsprachig

Wie es das Reglement des “Niederstätter surPrize” vorschreibt, mussten alle Darbietungen die Bedingungen erfüllen und ohne Worte oder mehrsprachig präsentiert werden. Die Verständlichkeit über Grenzen hinweg ist eine wichtige Charakteristik dieses Wettbewerbs. 

Einen akrobatisch-virtuosen Auftakt bot am Mittwoch der aus Deutschland stammende Künstler Tobias Wegner mit seiner Anti-Schwerkraft-Performance. Als „Wall Clown“ bewegte er sich in einem Kubus, der mit einer Live-Videoprojektion auf den Kopf gestellt wurde. Es schien als würde der Künstler die Schwerkraft aufheben und im Raum schweben.

Danach kam die Schweizer Musikkabarettistin Angela Pina Ganzoni an die Reihe. Am Klavier und Akkordeon sang sie sich in mehreren Sprachen durch alle möglichen Gefühlssituationen und verzauberte mit ihrem Multitalent und ihrem Charme. Anschließend kamen die Südtiroler Eva Sotriffer & Max Castlunger an die Reihe und überzeugten das Publikum mit einem musikalischen Handpuppenspiel, das ohne Worte präsentiert wurde.

Den zweiten Wettbewerbsabend eröffnete die italienische Sandmalerin Silvia Emme. Mit ihren bloßen Händen zeichnete sie auf feinem Sand fantasievolle Bilder, die auf eine Leinwand projiziert wurden und poetische Geschichten und Stimmungen ergaben. Für herzerfrischende Lacher sorgte das sympathische schweizerisch-amerikanische Clown-Duo „Les Diptik“. In ihrem Programm „Hang Up“ pendelten sie zwischen absurder Poesie und feiner Komik.

Beeindruckend war abschließend die Darbietung des japanischen YoYo-Weltmeisters Naoto. Er schien mit seinen YoYos magisch verbunden zu sein und begeisterte mit perfekter Artistik und rasendem Timing.

Am Freitag kam zuerst das deutsche Schattentheater Vagantei Erhardt an die Reihe. Mit filigranen, selbst entworfenen Holzfiguren, die durch ihre Beweglichkeit fast lebendig wirkten, wurde eine sprühende Revue mit lebenden und wieder zum Leben erweckten Akteuren aus aller Welt geboten. Danach sorgte der US-amerikanische Künstler Jeff Hess mit Action-Comedy für Stimmung und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Den letzten Auftritt bestritt das italienisch-argentinische Trio Trioche und gab ein witziges Konzert zwischen klassischer Musik und originellen Gags zum Besten.

Die Preisverteilung: Trio Trioche überzeugt Juroren und Publikum

Am Freitag gegen Mitternacht erfolgte die mit Spannung erwartete Preisverleihung. Die Juroren Maria Niederstätter, Ingrid Porzner, Elisabeth Thaler, Vittorio Albani, Joachim Ellmenreich, Torsten Schilling und Heinrich Schwazer verliehen den mit 3.000 Euro dotierten 1. Jurypreis an das italienisch-argentinische Trio Trioche.

Der 2. Jurypreis im Wert von 2.000 Euro ging an das schweizerisch-amerikanische Duo Les Diptik.

Auch das Publikum durfte seinen Liebling prämieren und wählte ebenfalls das Trio Trioche zum Publikumssieger, das sich über einen weiteren Scheck von 1.500 Euro freuen durfte. Maria Niederstätter kührte die glücklichen Sieger mit den Trophäen, die heuer von der Südtiroler Künstlerin Maria Stockner entworfen wurden.

stol

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