Mittwoch, 02. März 2016

"Romeo und Julia" zwischen Krieg und Religion

Shakespeares unsterbliche Liebesgeschichte hat auch in der heutigen Zeit, aufgrund von Intoleranz und Hass zwischen Völkern und Religionen, nichts von seiner Aktualität verloren. Davide Bombanas „Romeo e Giulietta“ für das Juniorensemble des Balletto di Toscana wurde 2015 von der italienischen Fachzeitschrift „Danza&Danza“ als beste italienische Produktion des Jahres ausgezeichnet.

Foto: Luigi Angelucci
Foto: Luigi Angelucci

Im Rahmen der regionalen Tanzsaison und des Tanznetzes Südtirol bringt das Trientner Kulturzentrum S. Chiara in Zusammenarbeit mit der Associazione „L’Obiettivo“ und dem Teatro Stabile von Bozen die neue Inszenierung des Junior Balletto di Toscana nach Südtirol. „Romeo und Julia“ ist zuerst am Cristallo-Theater in Bozen zu sehen (4.03.) und gastiert Ende des Monats in Sterzing (30.03.), Brixen (31.03.), Bruneck (1.04.) und Meran (02.04.).      

Das Ensemble entspringt der renommierten Tanzschule des Balletto di Toscana und wurde 1971 in Florenz von Cristina Bozzolini gegründet. Die Klasse der Tänzer und das Repertoire, das unter der Leitung von Bozzolini in den letzten Jahren entstanden ist, hat das Junior Balletto di Toscana zu einer der spritzigsten Jungkompanien Europasgemacht. Die Arbeiten von Mauro Bigonzetti, Fabrizio Monteverde, Francesco Nappa, Cristina Rizzo und Eugenio Scigliano haben Publikum und Kritik begeistert.

Für die jüngste “Romeo und Julia”-Inszenierung konnte man auf die Zusammenarbeit mit Davide Bombana zählen. Italiens Choreografie-Export genoss seine Ausbildung an der Ballettschule der Mailänder Scala. Über seine Version von „Romeo und Julia“ sagt er: „Die wahre Tragödie von Romeo und Julia ist, dass die Liebe gegen Blindheit und Grausamkeit machtlos ist.“ 

Nicht die Geschehnisse stehen im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Impulse, die großen Liebesgeschichten und jugendlicher Leidenschaft innewohnt. Der Choreograf verlegt die Geschichte vom Mittelalter in die jüngere Geschichte: Mit Blick auf den Balkankrieg steht die stilisierte Liebesgeschichte zwischen Admir und Bosko im Mittelpunkt. Die wahre Geschichte nimmt ein blutiges Ende: Admir und Bosko, die als Romeo und Julia von Sarajewo in die Geschichte eingehen, sterben 1993 im Heckenschützenfeuer - auf der Flucht vor dem Krieg und im Spannungsfeld der Religionen. Bei Bombana sind Romeos Familie, die Montecchi, Christen und die Capulets muslimischer Herkunft. 

Bombana spielt gekonnt mit der sagenhaften Musik von Prokofjew und findet eine sensible Bewegungssprache von größter Eindringlichkeit. Er lenkt die Aufmerksamkeit von den Geschehnissen hin zu den lebendigen Impulsen, die großen Liebensgeschichten und jugendlicher Leidenschaft innewohnt. In der Reinheit der Bewegungen finden die Leidenschaften, die Unruhen und die Gefühle der Darsteller ihren Ausdruck. Die Darsteller bewegen sich unausweichlich auf ihr Schicksal zu. Diese Unausweichlichkeit wird zum Leitmotiv der Choreografie und weckt im Zuschauer ungeahnt Emotionen. 

  • 04/03/16 (21 Uhr)     Bozen - Cristallo Theater Vollpreis: 15 € / Cristallo Card e Over 65: 12 € / Under 26: 10 €
  • 30/03/16 (21 Uhr)     Sterzing - Stadttheater Vollpreis: 19 €/ Over60: 14 €/ Under 26: 9 €/ Under 20: 6 €
  • 31/03/16 (21 Uhr)     Brixen - Forum Vollpreis: 19 €/ Over60: 14 €/ Under 26: 9 €/ Under 20: 6 €
  • 01/04/16 (21 Uhr)     Bruneck - Michael Pacher Haus Vollpreis: 19 €/ Over 60: 14 €/ Under 26: 9 €/ Under 20: 6 €
  • 02/04/16 (21 Uhr)     Meran - Puccini Vollpreis: 19 €/ Over 60: 14 €/ Under 26: 9 €/ Under 20: 6 

stol

stol