Donnerstag, 19. Dezember 2019

Pionier und Mitstreiter: Rudi Ladurner ist tot

Die Trauer ist groß: Rudi Ladurner, Gründer und künstlerischer Leiter des Meraner Altstadttheaters, ist am Donnerstagmorgen seiner Krebserkrankung erlegen.

Rudi Ladurner, der Gründer und künstlerische Leiter des Theaters in der Altstadt Meran, ist tot.
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Rudi Ladurner, der Gründer und künstlerische Leiter des Theaters in der Altstadt Meran, ist tot. - Foto: © DLife/Multari

Noch in der vergangenen Woche hätte Rudi Ladurner an der Veranstaltung „Krebs betritt die Bühne“ im Meraner Altstadttheater teilnehmen sollen.

Vor 2 Jahren war der Gründer des Theaters an Krebs erkrankt und hätte auf der Bühne gemeinsam mit anderen Betroffenen, darunter seinem Theaterkollegen Klaus Gasperi, über seine Krankheit sprechen sollen.

Dazu kam es jedoch nicht: Sein Zustand hatte sich verschlechtert, er lag im Krankenhaus.

Am Donnerstag dann die traurige Nachricht aus dem „Theater in der Altstadt“: „In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser Theaterdirektor Rudi Ladurner heute Früh im Krankenhaus von Bozen gestorben ist.“

Ladurner hatte nach seinem Studium in Wien 1988 den Verein „ZeitTheater“ gegründet, 1990 dann das „Theater in der Altstadt“, in dem er seither als Leiter und Regisseur gewirkt hatte.

„Wir nehmen Abschied von einem unerbittlichen Vorkämpfer, einem solidarischen Mitstreiter, einem herzensverbundenen Freund.
Sein Leben war unermüdliches Schaffen im Zeichen der Kunst und Kultur dieser Stadt. Ohne ihn wären wir um viele Wunder, Träume und Schätze ärmer“, heißt es aus dem Altstadttheater.

Die Aufführungen von „Schneewittchen und die 2 Zwerge“ am 21. und 22. Dezember wurden am Donnerstag abgesagt.

Auch die Kabarettisten und „Wöchenschau“-Moderator enThomas Hochkofler und Lukas Lobis nahmen am Donnerstag Abschied.

Hochkofler veröffentlichte auf seiner Homepage ein Zitat aus dem Jahr 2010 : „Beim Rudi Ladurner im Theater in der Altstadt durfte ich wirklich vieles ausprobieren; er hat mir unglaubliche Chancen eröffnet, und vielleicht war manche Rolle auch zu groß für mich, aber hier und jetzt: danke Rudi!“

Lobis hingegen schrieb auf Facebook:

https://www.facebook.com/lukas.lobis/posts/10218354707557874https://www.facebook.com/lukas.lobis/posts/10218354707557874



Auch die Landtagsabgeordneten der Grünen Brigitte Foppa, Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler nahmen am Donnerstag Abschied von Rudi Ladurner: „Wie Klaus Gasperi und Georg Kaser gehört Rudi Ladurner zu jenen Pionieren der 1970er Jahre, die das Theater als Chance erkannt haben, um das enorme kulturelle Potenzial Südtirols in seiner Vielfalt zum Leuchten zu bringen. Dafür hat Rudi Ladurner weder Mühen noch Opfer gescheut und mit dem Theater in der Altstadt eine bleibende Wegmarke gesetzt. Vor allem war er Inspirator für eine jüngere Generation, die er mit Umsicht und Entschiedenheit aufgebaut hat.“

„Rudi Ladurner hinterlässt Lücke in Theaterwelt“

Auch Kulturlandesrat Philipp Achammer würdigt Ladurners Lebenswerk: Das Theater war jene Leidenschaft, die er mit jeder Faser seines Körpers spürte. Und diese Leidenschaft, die merkte man ihm an.„ Für sein Theater in der Altstadt in der Meraner Freiheitsstraße habe Ladurner er nicht nur gekämpft: “Dafür hat er auch keine Mühe und keine Zeit gescheut„, sagt Achammer.

Seinen Gästen habe Ladurner knapp 30 Jahre lang die unterschiedlichsten menschlichen Freuden, aber auch Abgründe gezeigt. “Jede Stückauswahl war„, sagt Achammer, “wohl dosiert auf den gesellschaftlichen Zeitgeist ausgerichtet.„ Achammer würdigt “Ladurners sicheres Gespür dafür, welchen Spiegel er seinen Gästen, dem Publikum – bewusst oder oftmals unbewusst – vorhalten musste.„

Südtirols Kulturwelt verliere mit Rudi Ladurner nicht nur einen Pionier und Fachmann, sondern auch einen verlässlichen Partner, einen Menschen, der sich mit Südtirols Kulturlandschaft identifizierte, sagt Landesrat Achammer, der der Familie, Verwandten und Bekannten sein Mitgefühl ausdrückt.

liz