Laut ihrer Agentur will sie mit ein paar sehr guten Freunden und Bekannten in Salzburg „ein Gläschen trinken“ gehen. Der 80er sei zwar ein schönes Ereignis, aber keine „Leistung“ die man groß hervorheben müsste. Auch im nächsten Jahr wird die Tirolerin nicht leiser treten, denn „eigentlich ist sie das ganze Jahr ausgebucht“.Im Frühjahr nach BozenUnter anderem wird sie Februar und März in Bozen „Harold und Maude“ spielen. Mai und Juni wird sie in Innsbruck in „Memoiren der Sarah Bernhardt“ zu sehen sein. Für den Sommer seien derzeit Dreharbeiten für zwei Filme im Gespräch, hieß es. Das sei aber noch nicht fix. Im Herbst steht dann wieder „Sarah Bernhardt“ am Programm.Debüt am Tiroler LandestheaterJulia Gschnitzer wurde am 21. Dezember 1931 in Innsbruck geboren. Sie debütierte 1951 am Tiroler Landestheater, wo sie bis 1954 engagiert war. Gastspiele führten sie an das Theater für Vorarlberg nach Bregenz. Anschließend wechselte Gschnitzer in die Schweiz, wo sie bis 1956 am Städtebundtheater in Biel-Solothurn und danach drei Jahre lang am Stadttheater in Bern zu sehen war. Seit 1959 war sie vor allem auf Wiener und Salzburger Bühnen zu Hause, aber auch am Neuen Stadttheater in Bozen.Ab 1959 arbeitete Gschnitzer an verschiedenen Theatern in Wien, aber auch für das Fernsehen, den Hörfunk und als Dramatik-Lehrerin am Wiener Schubert-Konservatorium. Am Volkstheater verkörperte sie unter anderem Frau Flamm in Gerhard Hauptmanns „Rose Bernd“ (1979/80), Marthe Rull in Kleists „Zerbrochenem Krug“ (1980/81), Kate Keller in Arthur Millers „Alle meine Söhne“ (1981/82), Trine in Karl Schönherrs „Erde“ (1981/82) oder Regina Grothum in „Der Aufstieg der Regina G.“ (1996/97 in den Außenbezirken) von Friedrich Ch. Zauner. Am Tiroler Landestheater brillierte sie 2000 im weiblichen Trio infernal „Wetterleuchten“ von Daniel Call.Immer wieder Auftritte in SalzburgVor allem in den vergangenen 15 Jahren spielte Gschnitzer immer wieder in Salzburg, vorwiegend als regelmäßiger Gast am Landestheater, aber auch etwa 1998 in Christopher Hamptons „Gefährliche Liebschaften“ an der Elisabethbühne. Große Rollen am Salzburger Landestheater waren unter anderem Mrs. Peachum in der „Dreigroschenoper“ (1987/88), Maria in Turrinis „Josef und Maria“ (1991/92), die Mutter in „Mutters Courage“ (1995/96) von George Tabori, Frau Wurm in Werner Schwabs „Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“, die Großmutter in Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (2000) und die Mutter in Thomas Bernhards „Am Ziel“ (2002).Viele Preise und EhrungenPreise und Ehrungen blieben in ihrer langjährigen Karriere nicht aus. Neben dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien bekam sie auch den Karl Skraup Preis und das Große Ehrenzeichen des Landes Tirol. 1989 wurde Gschnitzer in Wien zur Kammerschauspielerin ernannt. Wichtige Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem Axel Cortis „Fall Jägerstätter“ (1971), Michael Hanekes „Lemminge“ (1979) und „Die Siebtelbauern“ (1998). Auch für Xaver Schwarzenbergers Andreas Hofer-Film stand die Vielbeschäftigte vor der Kamera. 2001 bekam sie die Rolle der „Seffin“ in der Anzengruber-Verfilmung „Der Schandfleck“, spielte in Julian Pölslers „Blumen für Polt“ und in beiden Teilen von Peter Sämans modernem Heimatfilm „Im Tal des Schweigens“ (2004/2005), sowie in Stephanus Domanigs „Raunacht“ (2005). Die vorläufig letzte Kinoproduktion, in der sie mitwirkte, war im Jahr 2010 in Reinhold Bilgeris „Der Atem des Himmels“.