Montag, 08. Juni 2020

Schwieriger Neustart für Italiens Theater

Der italienische Kulturbereich hat in der Coronavirus-Epidemie schwere Verluste hinnehmen müssen und auch der Neustart gestaltet sich schwierig.

Auch für das Stadttheater Bozen wird der Neustart nicht einfach werden.
Auch für das Stadttheater Bozen wird der Neustart nicht einfach werden. - Foto: © stadtttheater Bozen
Ab 15. Juni können zwar Theater, Opernhäuser und Kinos wieder öffnen, doch wegen der Abstandsregeln werden nur geringe Einnahmen erwartet. Laut einer Studie sind die Aussichten der Museen in Italien wesentlich besser als jene der Theater und Opernhäuser.


Wie aus einer Studie der Mailänder Wirtschaftsuniversität „Luigi Bocconi“ hervorgeht, müssen 76 Prozent der Theater auf staatliche Unterstützungsmaßnahmen zurückgreifen, bei den Museen sind es 48 Prozent. 73 Prozent der Theater hätten bereits wegen des Coronavirus Arbeitsverträge auflösen müssen, bei den Museen liege dieser Prozentsatz lediglich bei 18 Prozent. Drei Viertel der italienischen Theater mussten Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter beantragen.


„Sowohl Theater, als auch Museen haben wegen fehlender Einnahmen durch Ticketverkauf und Sponsors schwere Rückgänge erlitten, doch Museen haben den Vorteil, dass ihr Personal meist vom Staat bezahlt wird, während Theater die Mitarbeiter fast immer selbst bezahlen müssen“, heißt es in der Studie. Viele Theatermitarbeiter seien von den Stützungsmaßnahmen ausgeschlossen, die der Staat wegen der Coronavirus-Krise zahlt.


Am Dienstag öffnet wieder die Mailänder Pinakothek Brera. Bis zum Herbst wird sie kostenlos zugänglich sein. „Damit wollen wir der Stadt unsere Dankbarkeit beweisen“, sagte Breras Direktor James Bradburne. Der Besuch muss online auf der Webseite der Pinakothek gebucht werden.


Die Regierung greift inzwischen der Filmindustrie und den Kinosälen in der Coronavirus-Krise unter die Arme. 120 Millionen Euro werden für einen Notstand-Fonds für die Filmindustrie locker gemacht.
„Die Coronavirus-Krise hat sich auf alle Kulturbereiche negativ ausgewirkt, angefangen von der Filmindustrie “, sagte Kulturminister Dario Franceschini. Die lange Schließung der Kinosäle, sowie die Unterbrechung der Produktion vieler Filme und TV-Serien habe der Branche erhebliche Verluste verursacht. Unzählige Jobs seien gefährdet. „Mit diesen Finanzierungen wollen wir Filmproduktionsgesellschaften, Kinosäle und Arbeitnehmer beim Neustart unterstützen“, sagte Franceschini.

eva/apa