Außerdem verrät er, warum manche Inszenierungen heute kaum mehr möglich wären.<BR /><b><BR />Die Sterzinger Osterspiele knüpfen an die Tradition von Vigil Raber an. Welche Bedeutung hat dieser historische Bezug heute noch für die Programmauswahl?</b><BR />Armin Haller: Norbert Kühbacher hat 1986 die Osterspiele mit dem Raber-Stück „Die zween Stennd“ wohl mit der Absicht initiiert, den um 1500 wirkenden Sterzinger Autor, Archivar und Maler zu würdigen. Der kleinen, spiellustigen Truppe, zu der auch ich gehörte, gefiel einfach die Herausforderung, die zunächst sperrigen historischen Texte zu entschlüsseln und lebendig werden zu lassen. Wenige Jahre danach wagten wir uns an Rabers Passionsspiel, mit einer beeindruckenden Inszenierung in der vollen Sterzinger Pfarrkirche. <BR /><BR /><b>Warum wird Vigil Rabers Passionsspiel nicht regelmäßig aufgeführt?<BR /></b>Haller: Der dafür notwendige personelle und organisatorische Aufwand wäre heute so nicht mehr realisierbar. Aber auch die historischen Texte waren auf Dauer weder den (Laien-)Schauspielern noch dem Publikum zumutbar. Geblieben ist jedoch die Auswahl von Stücken mit gesellschaftskritischem Bezug, manchmal sehr ernst, dann wieder mit hintergründigem Humor. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73892380_quote" /><BR /><BR /><b>Neben historischen Stoffen finden sich auch zeitgenössische Werke im Programm. Wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und Gegenwart?</b><BR />Haller: Wir haben in den 40 Jahren sowohl historische Originaltexte, mit zum Teil erstaunlich aktuellem Bezug, als auch Stücke zeitgenössischer Autoren zu historischen Zusammenhängen gespielt, zuletzt etwa den „Gaismair“ in der Schilderung von Felix Mitterer. Geschichte wirkt immer auch auf die Gegenwart, zeigt Entwicklungen auf, aber auch, dass wir oft – leider! – wenig daraus lernen. <BR /><BR /><b>Mit der Jubiläumsausstellung im Stadttheater wird die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte dokumentiert. Welche Veranstaltungen waren aus Ihrer Sicht Glanzlichter?</b><BR />Haller: Bei der Vorbereitung der Ausstellung und der Auswahl der Exponate wurden die zahlreichen gelungenen Aufführungen wieder lebendig. Jede für sich hatte ihren eigenen Reiz. Mir, und wahrscheinlich auch den im Laufe der Jahre vielen Mitwirkenden, vielleicht auch manchem Besucher, sind unsere Theaterproduktionen natürlich in Erinnerung. Die Ausstellung lädt mit großformatigen Fotografien, Videosequenzen, Kostümen und ausgewählten Requisiten dazu ein, seine eigenen Favoriten zu finden.<BR /><BR /><b>Ihr Vorwort zum Programm steht unter dem Motto „Hier und Jetzt“. Wie spiegelt sich dieser Gedanke konkret im diesjährigen Programm wider?</b><BR />Haller: Das Motto bezieht sich nicht inhaltlich auf das Programm. Wir leben in bewegten Zeiten, in denen unterschiedlichste, oft beunruhigende Informationen aus aller Welt und unmittelbar auf uns einwirken, von unseren digitalen Medien noch einmal potenziert. Vielleicht können die Sterzinger Osterspiele dazu einladen, Theater, Musik und Begegnungen bewusst im Moment zu erleben.<BR /><BR /><b>Wenn Sie den Blick weit in die Zukunft richten: Glauben Sie, dass es die Osterspiele auch in 40 Jahren noch geben wird?</b><BR />Haller: Vierzig Jahre sind eine lange Zeit heutzutage. Vigil Raber hätte darauf vielleicht noch antworten können. Aber wenn ich sehe, was sich schon in den letzten 40 Jahren verändert hat, und in den letzten zehn, kann man sagen, ob es in 40 Jahren Europa in dieser Form noch gibt? Oder wie unser Leben aussehen wird? Natürlich würde ich mich freuen, wenn Menschen auch da noch Freude am Theaterspiel, an Musik, an Kunst hätten. Es wird davon abhängen, wie wir uns als Gesellschaft entscheiden, was uns wichtig ist.<BR /><h3> Das Programm der Sterzinger Osterspiele</h3>Die Osterspiele werden am Freitag, 13. März, mit einem Konzert des Ensembles <Fett>fiarenk & friends</Fett> eröffnet. Beginn ist um 20 Uhr im Stadttheater. Am Sonntag, 15. März, um 17 Uhr feiert das Kindertheater <Fett>„Schneewittchen und die singenden Zwerge“</Fett> Premiere. <BR /><BR />Am Dienstag, 24. März, um 20 Uhr wird das Stück <Fett>„Das perfekte Geheimnis“</Fett> erstmals aufgeführt. Schauspieler verschiedener Wipptaler Theatergruppen stehen dabei auf der Bühne. <BR /><BR />Am Montag, 30. März, um 18 Uhr folgt die Produktion <Fett>„Oma Sonja“</Fett> mit dem Ensemble WirkWerk aus Innsbruck. Sie richtet sich besonders an Familien mit Kindern. <BR /><BR />Am Dienstag, 31. März, steht um 20 Uhr das Konzert <Fett>„Ubi caritas et amor“</Fett> auf dem Programm. Die Damenschola der Jesuitenkirche Innsbruck präsentiert dabei gregorianische Gesänge zur Karwoche. <BR /><BR />Den Abschluss der Osterspiele bildet wie immer das <Fett>Osterkonzert der Bürgerkapelle</Fett> Sterzing am Sonntag, 5. April, um 20 Uhr. <BR /><Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>Die <b>Ausstellung</b> 40 Jahre Osterspiele kann jeweils zwei Stunden vor Aufführungsbeginn im Stadttheater sowie dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr besichtigt werden. <BR /><BR />Karten und alle Termine unter: www.osterspiele.it