Donnerstag, 13. Januar 2022

Theateraufführung: „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“

Joël Pommerat erforscht in seinem Stück die unerklärliche Kraft der Liebe in all ihren Facetten des Zusammenseins, der Trennung, des Glücks und des Unglücks, der schieren Unmöglichkeit. Vom ekstatischen Liebesglück bis hin zum Tod durch vernichtende Entfremdung – alles hat Platz in diesem großen Reigen der Dramatik.

Eine Szene aus dem Theaterstück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joël Pommerat.
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Eine Szene aus dem Theaterstück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joël Pommerat. - Foto: © Jean-Marc Turmes
In fast 20 schnell aufeinanderfolgenden Szenen kämpfen 27 Frauen und 24 Männer um ihre Liebe, um ihr Glück: Hochzeiten geraten ins Wanken, Prostituierte werden enttäuscht, geschenkte Seelen
zurückverlangt; lange verschwiegene Wahrheiten kommen ans Licht, Freundschaften verlieren den Boden, Menschen trösten einander, beteuern ihre Liebe, trennen sich; weil es keine Liebe gibt, weil die Liebe nicht mehr reicht, weil zu lieben nicht genügt.

Joël Pommerat erzählt mal konkret, mal mit tragischer Poesie, mal absurd-surreal, immer scharf beobachtend und oft mit stiller Komik. Wohlbekannte Alltagssituationen geraten mit einem Wimpernschlag aus den Fugen, unerwartete Wendungen stellen die herkömmlichen Vorstellungen von Liebe auf den Kopf. Aber vielleicht entsteht gerade im vermeintlichen Scheitern die Kraft und Entschlossenheit zum Aufbruch in die Utopie. „Es war, als wenn Nordkorea und Südkorea seine Grenzen
öffnen und sich wiedervereinigen würden.“

Die Aufführungen finden am 18. Jänner im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders und am 19. Jänner im Forum in Brixen statt. Aufführungsbeginn ist um 20 Uhr. Die kostenlosen Einführungen beginnen
jeweils um 19.30 Uhr.

Informationen und Karten im Südtiroler Kulturinstitut unter 0471 313800.
Unterstützt wird das Gastspiel von der Sparkasse; subventioniert von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur.

stol