„Wir verstehen Theater als eine Reise zum Menschen durch Raum und Zeit", sagte Thomas Seeber bei der Präsentation der Spielzeit 09/10. Unter deren Motto „Theater-Zeit-Raum" bringen die VBB heuer neun Eigenprdouktionen auf die Bühne, zwei davon sind Uraufführungen: Klassische Stücke aber auch Jugendstücke und ein Musical finden sich im Programm.Vorhang auf ... Den Auftakt macht am 29. September „Liebesgeschichten und Heiratssachen", eine Posse von Johann Nepomuk Nestroy, die Regisseurin Christine Wipplinger zu einem Theaterstück verarbeitet hat. Das Stück erzählt von einem Liebeswirrwarr, das von Geldgier und Bosheit begleitet wird. „Nestroy hat hier zum ersten Mal mit negativen Volksfiguren gearbeitet", sagt die Regisseurin zum Stück. „Er hat sich hin entwickelt zu einer neuen Prägung der Komödie, einer agressiv-satirischen Komik. Die liegt hier in der Bösartigkeit".Als Rahmenprogramm laden die Vereinigten Bühnen am 29. September zu einem Wiener Liederabend Vom 9. bis 30. Oktober spielt „Unser Häuptling", eine Koproduktion des Voralberger Landestheaters und der neuebühnevillach. In Bozen wird das Stück uraufgeführt. Die junge Autorin Catherine Aigner meint dazu: „Unser Häuptling erzählt Ausschnitte aus dem Leben dreier Frauen, erzählt von der Austauschbarkeit und davon, wie ein einziger Abend es wagen kann, über leidvolle Jahre zu lächeln, dass am Ende ein Herz stillsteht".Das bekannte Werk von Antoine de Saint-Exupéry „Der kleine Prinz" wurde von Mirco Vogelsang in eine Bühnenfassung gebracht, die Musik stammt von Stephen Lloyd. Bei den Vereinigten Bühnen hat das Stück am 4. Dezember Premiere. Begleitet wird „Der kleine Prinz" von einem Mal- und Bastelwettbewerb für Schüler.„Dem Herz die Arbeit, den Händen die Liebe" ist ein Schauspiel von Robert Woelfl unter der Regie von Monika Steil. Laut Woelfl ist das Stück „eine Reflexion über den Kapitalismus und seine Heilsversprechen, über die Gier nach körperlicher Sättigung und die Erfüllung durch Liebe, oder was uns als solche erscheint". Die Premiere in Bozen findet am 9. Jänner statt.„Theater Mobil" bringt ab 15. Jänner das Stück „Klamms Krieg" in Südtirols Klassenzimmer. Unter der Regie von Helga Walcher stellt sich Günther Götsch vor die Schulklassen und involviert sie mit seinem Psychogramm in das Stück. Ab dem 6. Februar spielen die Vereinigten Bühnen „Komödie im Dunkeln" („Black Comedy") von Peter Shaffer. In dieser Komödie stolpern die Menschen in der scheinbaren Dunkelheit über ihre eigenen Lebenslügen. Joseph Zoderers Erfolgsroman „Die Walsche" über das Fremdsein und Sich-Zuhause-Fühlen wurde von Sabine Göttel für die Bühne zurecht gemacht. Regie führt bei dem Stück, das in Bozen am 12. März uraufgeführt wird, Torsten Schilling. „Ich habe in den letzten Monaten fast Angst bekommen, ob ich mit dieser Thematik auf der Bühne nicht noch Öl ins Feuer gieße", so Zoderer, dem die immer noch währende Aktualität seines Romans bewusst ist. In Zusammenarbeit mit dem Filmclub will Zoderer den Inhalt vertiefen: Am 15. März gibt es nach einer Filmvorführung eine Diskussionsrunde mit dem Autor und Vertretern des öffentlichen Lebens über die (politische) Aktualität der Thematik im heutigen Südtirol.„Fucking Åmål" (Raus aus Åmål) nach dem schwedischen Film von Lukas Moodysson ist ein Teil des Jugendtheaters der Vereinigten Bühnen (Premiere am 10. April). „Es ist ein Stück, das sich wirklich mit den Problemen der Jugendlichen befasst und sie ernst nimmt", erklärte VBB-Dramaturgin Ina Tartler. Im Mittelpunkt stehe ein Kuss zwischen zwei Mädchen.„Der Kuss ist eine Initialzündung, um aus diesem miefigen Kaff heraus zu kommen. Er ist zunächst Gegenstand einer Wette. Doch durch ihn wird die Ordnung durcheinandergewirbelt", so Regisseurin Helga Walcher. „Der Kuss ist eine Suche nach sexueller Identität, er emanzipiziert die Mädchen, den ausgetrampelten Pfad der Sicherheit zu verlassen und ihren eigenen Weg zu gehen".Traditionell beendet ein Musical die Spielzeit der Vereinigten Bühnen: „La Cage aux Folles" (Ein Käfig voller Narren) von Jerry Herman und Harvey Fierstein nach der gleichnamigen Komödie von Jean Poiret feierte seinen Triumph 1983 am Broadway und war das erste Mainstream-Musical mit homosexuellem Liebespaar. Im Mittelpunkt steht Transvestiestar „Zaza" (gespielt von Erwin Windegger), der klar macht: „I Am What I Am".Barbara RaichAlle Infos rund um das Programm und den Aboverkauf finden Sie auf der Homepage der Vereinigten Bühnen.