Montag, 08. April 2019

Tiananmen-Massaker-Museum verwüstet

Ein umstrittenes Museum zum Gedenken an das Pekinger Tiananmen-Massaker ist in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong verwüstet worden. Es stand nach einer Schließung 2016 kurz vor der Neueröffnung.

Dieses Bild von einem Protestierenden der von Panzern überfahren wurde ging 1989 um die Welt. Eine politische Protestbewegung wurde im Keim erstickt.
Dieses Bild von einem Protestierenden der von Panzern überfahren wurde ging 1989 um die Welt. Eine politische Protestbewegung wurde im Keim erstickt. - Foto: © APA/AP

Unbekannte hätten nun aber Steckdosen in dem Gebäude mit Wasser beschädigt und Einrichtungsstücke zerstört, teilte die Polizei am Montag mit.

Medienberichten zufolge wird vermutet, dass die Täter die Eröffnung des Museums verhindern wollten. Das Museum, das von der Hongkonger Allianz zur Unterstützung Patriotischer Demokratischer Bewegungen in China betrieben wird, war 2016 vorübergehend geschlossen worden. Es sollte am 26. April an einem neuen Standort in dem belebten Einkaufsviertel Mong Kok wiedereröffnet werden. Damit wäre es das wohl einzige Zentrum auf chinesischem Hoheitsgebiet, das an die Ereignisse von 1989 erinnert.

Von China aus der Geschichte gelöscht

Im Frühjahr 1989 hatten sich auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) über Wochen hinweg Demonstranten versammelt und politische Reformen gefordert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 rollten Panzer an, und Soldaten eröffneten das Feuer auf die Demonstranten. Bis heute verschweigt die Regierung in Peking die wahre Zahl der Opfer. Es dürften jedoch mehrere Hundert Tote gewesen sein. Tausende Demonstranten landeten in Gefängnissen oder Arbeitslagern.

Als britische Kolonie hatte Hongkong damals zahlreichen Anführern der Proteste bei ihrer Flucht aus China geholfen. Mit einer Großdemonstration erinnert die Hongkonger Allianz noch heute jedes Jahr an das Massaker. Die Allianz war für eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht erreichbar. Seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1997 ist Hongkong wieder in chinesischer Hand.

apa/dpa

stol