Mittwoch, 21. November 2018

Tiroler Weihnacht: Sonderausstellung in der Hofburg Brixen

Die Sonderausstellung in der Hofburg Brixen vom 23. November bis 6. Januar zeigt Werke der Priesters und Malers Johann Baptist Oberkofler (1895–1969). Er prägte nachhaltig die sakrale Malerei in Südtirol und gilt als der letzte große Kirchenmaler des Landes.

Flucht nach Ägypten, Johann Baptist Oberkofler. - Foto: Hofburg Brixen
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Flucht nach Ägypten, Johann Baptist Oberkofler. - Foto: Hofburg Brixen

Oberkofler malte sakrale und landschaftliche Bildthemen sowie Porträts und gestaltete Altarbilder und Wandmalereien in Kirchen, Kapellen und Friedhofsarkaden. Er beherrschte verschiedene Maltechniken, darunter die Zeichnung mit Bleistift und Kohle, die Aquarell-, Öl- und Freskomalerei. Im Januar 2019 jährt sich der Todestag von Johann Baptist Oberkofler zum 50. Mal.

Die Ausstellung in der Hofburg stellt Oberkoflers Schilderungen des Weihnachtsgeschehens in den Mittelpunkt. Häufig bettete er die biblischen Ereignisse in eine alpenländische Landschaft ein. Die Menschwerdung Gottes bleibt nicht auf das ferne Bethlehem beschränkt. Sie wird in die Gegenwart geholt und hat über alle Länder und Zeiten hinweg Bestand. Oberkoflers Werke kennzeichnen eine klassische Bildsprache. Er vereinte in seinen Gemälden künstlerische Raffinesse mit vermeintlich naiven Themen. Nichtsdestotrotz zeichnen sich seine Werke durch eine hohe technische Qualität und eine bildgewaltige Ausdrucksstärke aus.

Die Krippensammlung in der Hofburg Brixen

Die Krippensammlung in der Hofburg zeigt Krippen aus drei Jahrhunderten. Die gemalten, geschnitzten, modellierten und bekleideten Figuren geben einen Eindruck von der Vielfalt der lokalen und der überregionalen Krippenproduktion. Allein jene Krippen, die in Brixen selbst oder für Brixen entstanden sind, zeigen verschiedene Techniken. Dazu zählen sowohl die Krippe des Hofapothekers Franck aus der Barockzeit, deren 66 Figuren von den Englischen Fräulein phantasievoll bekleidet wurden, als auch die Krippenzyklen für die Hofburg, welche die Brüder Probst und Franz Xaver Nissl um 1800 schnitzten. Seit wenigen Jahren ist auch die private Tonkrippe von Martin Rainer, die aus 16 Krippenkästen besteht, in der Hofburg zu sehen.

Kaisertrakt und Hofkirche

Die großzügigen Räume im Kaisertrakt sind auch im Winter geöffnet. Sie wurden, wie die Hofkirche, besonders kostbar ausgestattet. Deckenfresken, Stuckaturen, wertvolle Öfen und historische Möbel schmücken die ehemaligen Wohnräume. Den Schmuck für den Christbaum im Kaisersaal haben Schülerinnen und Schüler der Grundschule Raas gebastelt. In der Hofkirche ist die Krippe von Erika Rubatscher (1931–2009) zu sehen. Sie schuf in den 1990er Jahren eine Orientalische Krippe nach dem Vorbild Konrad Lechners, die sich nach wie vor in Familienbesitz befindet. In aufwändiger Kleinarbeit goss sie Köpfe und Gliedmaßen der Figuren und nähte deren Kleidung. Die Krippe zeigt sowohl die Anbetung der Hirten und als auch der Könige, die mit reichem Gefolge dem Christkind ihre Gaben darbringen.

Ausstellungsort und Öffnungszeiten

Hofburg Brixen, Hofburgplatz 2, 39042 Brixen, Tel. 0472 830505, [email protected], www.hofburg.it täglich 10–17 Uhr, geschlossen 24./25.12.2018 

stol

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