Freitag, 22. September 2017

Transart Doppel in Bruneck und St.Lorenzen

Am letzten Wochenende von Transart 17 verlagert das Festival seinen Schauplatz ins Pustertal und wartet am Samstag, 23. September in und um Bruneck mit zwei absoluten Höhepunkten auf – dem Schweizer Künstler Roman Signer und dem gefeierten Klangforum Wien.

Roman Signers Installation "Dachlawine" auf dem Stadeldach des Hilber Bauer in St.Lorenzen ist am Samstag ab 16.30 Uhr zu sehen. - Foto: transart
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Roman Signers Installation "Dachlawine" auf dem Stadeldach des Hilber Bauer in St.Lorenzen ist am Samstag ab 16.30 Uhr zu sehen. - Foto: transart

Explosiver Auftakt mit Roman Signers "Dachlawine" auf dem Stadeldach des Hilber Bauer in St.Lorenzen und "Kreissprengung" ab 16.30 Uhr, Abends um 19.30 in Bruneck dann Klangforum Wien in der Federico Kaserne in Bruneck

Signers spektakuläre Installationen

Für das Museum ist Roman Signer zu schnell. Es knallt und raucht, doch nach ein paar Sekunden hat sich das Kunstwerk wieder verflüchtigt. Denn seine häufig mit dem Etikett „Zeitskulptur“ versehenen Werke sind nicht für die Ewigkeit gedacht, seine Kunst allerdings schon. Und so flüchtig Signers Installationen meist sind, so spektakulär sind sie: Sie rennen davon, laufen aus, spucken Feuer oder explodieren.

Mit der traditionellen Skulptur teilt er die handwerkliche Gestaltung physischer Materialien in drei Dimensionen; doch Signer erweitert sie um das, was man als vierte Dimension bezeichnen könnte, die Dimension der Zeit. 2014 ließ Roman Signer bei Transart den isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson auf einem Floß auf dem Vernagter Stausee treibend gegen einen Hubschrauber antreten.

Bereits 2016 sollte von einem Stadeldach in Reischach die Dachlawine abgehen, jedoch stellte sich kurzfristig heraus, dass das gewählte Dach nicht über die notwendige statische Resistenz für diese explosiven Performances verfügte. Ein Jahr später ist ein neues Dach, diesmal beim Hilberbauern in St. Lorenzen gefunden und die Dachlawine kann starten.

Weitere Informationen zu Roman Signers Installationen auf der Transart 2017 gibt es hier. 

Klangforum Wien in der Kaserne in Bruneck

Abends kehrt das Klangforum Wien zu Transart  zurück und führt in seinem dreiteiligen Programm mit Hannes Kerschbaumer und Alexander Kaiser gleich zwei Südtiroler Komponisten der jüngeren Generation: Schraffur ist eine Technik, bei der durch das Überlagern und Anordnen von Linien Plastizität entsteht. Im gleichnamigen Stück überträgt Hannes Kerschbaumer dieses Prinzip auf die Musik. Für das Stück schraffur hat er den renommierten Erste Bank Kompositionspreis 2017 erhalten.

Eine karge Berglandschaft, eine fiktive Liebesgeschichte, ein junger halluzinierender Kaser sieht sich als „schwanger“ Sterbender. Der Südtiroler Komponist Alexander Kaiser erzählt in seinem Opernfragment Schwarzes Licht die Geschichte des Schriftstellers, der heuer seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte und zitiert dabei Prosa, Gedichte und Briefe N.C. Kasers. Der aus Udine stammende Komponist Simone Movio hat 2014 den Komponisten-Förderpreis der renommierten Ernst von Siemens Musikstiftung erhalten. Sein neues Werk Logos III schließt diesen hochkarätigen Abend ab.

Weitere Informationen zum Klangforum Wien auf der Transart 2017 erhalten Sie hier.

stol

stol