Mittwoch, 18. April 2018

Verletzt am Berg und kein Netz-Empfang

Im Rahmen der Projekttage an der Mittelschule „Michael Pacher“ vom 16. bis 19. April erhielten Schüler unter anderem Einblick in die Arbeit der Bergrettung Brixen in der Bergrettungsstelle beim Krankenhaus Brixen. Gefahren, Risiken und Kosten für eine Bergung mit der Flugrettung waren einige der angesprochenen Themen am 17. April.

Im Rahmen der Projekttage an der Mittelschule „Michael Pacher“ vom 16. bis 19. April besuchten Schüler die Bergrettung Brixen in der Bergrettungsstelle beim Krankenhaus Brixen. - Foto: SSP Brixen
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Im Rahmen der Projekttage an der Mittelschule „Michael Pacher“ vom 16. bis 19. April besuchten Schüler die Bergrettung Brixen in der Bergrettungsstelle beim Krankenhaus Brixen. - Foto: SSP Brixen

Wie hole ich mit dem Handy Hilfe? Grundsätzlich gilt: wenn das Handy über genügend Akkuleistung verfügt und man Empfang hat, kann über die Nummer 112 der Notruf abgesetzt werden. Es ist aber nicht das gesamte alpine Gelände mit Mobilfunk abgedeckt. Deshalb: „So schnell wie möglich laufen, bis man Empfang hat – auf Anhöhen oder bis zur nächsten Schutzhütte“, empfiehlt Martin Sigmund, Freiwilliger der Bergrettung Brixen, den Schülern.

Er rät vor allem nie alleine in den Bergen unterwegs zu sein. Darüber hinaus sollte man vor dem Start einer Wander-, Ski- oder Klettertour immer das Ziel bekannt geben, vollständig ausgerüstet sein, in guter Kondition sein und bei drohenden Gefahren wie Wetterumschwüngen und Gewitter rechtzeitig umkehren. Befindet sich ein Mensch in einer Notlage, sollte Hilfe angeboten und Verantwortung übernommen werden.

Schüler zu Besuch in der Bergrettungsstelle

In Südtirol gibt es 55 Bergrettungsdienste mit rund 1500 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Der Dienst ist in Flugrettung, Hundestaffel, Höhlenrettung und Canyoning unterteilt. Die Bergretter sind bei Bereitschaft auf Abruf mit Personenrufgeräten ausgestattet und rücken aus, sobald ein Notruf eingeht. Während des Besuches der Schüler in der Bergrettungsstelle und dem anliegenden Flugrettungs-Landeplatz ging über die Landesnotrufzentrale per Funk prompt ein Notruf ein: „Lawinenabgang in Ridnaun“ hieß es, doch es wurden keine Verschütteten gemeldet.

Die Bergretter wirkten ganz ruhig. Sie zeigten den Schülerinnen und Schülern die Ausstattung eines der drei Hubschrauber, die in Südtirol täglich im Einsatz sind. „Die Hubschrauber sind ein halbes Krankenhaus, da sie mit wichtigen medizinischen Geräten ausgestattet sind“, so Sigmund. „In vielen Fällen ist der Rettungshubschrauber die einzige Möglichkeit, dass ein Arzt möglichst schnell zum Patienten gelangt – und Leben rettet“. Ehrenamtliche Bergretter begleiten die hauptamtlichen Ärzte und Piloten.

Schüler durften an Notfallsimulation teilnehmen

Früher war das Erlebnis am Berg etwas für Individualisten. „Heute suchen die Menschen immer mehr rein das sportliche Erlebnis und unterschätzen Gefahren“, so Martin Sigmund weiter. Über das Handy – wenn man Empfang hat - wird dann schnell der Notruf gewählt und Hilfe herbeigeholt. Für Südtiroler übernimmt das Land bei der Flugrettung den Großteil der Kosten.

Nimmt ein Urlauber die Flugrettung in Anspruch ist das anders: „Die Bergung eines Urlaubers mit einem verletzten Fuß kann dann schon gleich etwa 1000 Euro ausmachen“, so Sigmund, fügt aber hinzu, dass viele Urlauber zum Glück versichert wären. Im Anschluss an den Besuch in der Bergrettungsstelle simulierten die Bergretter mit den  Schülern im anliegenden Wald Bergungssituationen, wie etwa das Abseilen, das Angurten im Bergesack und sie verwendeten Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte.

stol

stol