Donnerstag, 21. Mai 2020

Virtueller Paläontologischer Kongress: Bletterbach ist dabei

Bereits zum 2. Mal hat vom 1. bis 15. Mai 2020 der „Paleontological Virtual Congress“ stattgefunden, bei dem sich Wissenschaftler aus aller Welt online über die neuesten Erkenntnisse in der Paläontologie fortbilden – eine Aktion, die angesichts der Coronakrise aktueller ist denn je.

Dank einer virtuellen Exkursion in die Bletterbachschlucht können Wissenschaftler und Laien aus aller Welt das Dolomiten UNESCO Welterbe im Südtiroler Unterland trotz Corona-Beschränkungen erleben
Badge Local
Dank einer virtuellen Exkursion in die Bletterbachschlucht können Wissenschaftler und Laien aus aller Welt das Dolomiten UNESCO Welterbe im Südtiroler Unterland trotz Corona-Beschränkungen erleben - Foto: © GEOPARC Bletterbach / Peter Daldos
Auf Initiative von Evelyn Kustatscher und Hendrik Nowak vom Naturmuseum Südtirol war das UNESCO Welterbe Bletterbach mit einer virtuellen Exkursion durch die Schlucht mit dabei. Interessierte Laien können nun unter der Website des GEOPARC Bletterbach am „virtual fieldtrip“ teilnehmen.

Das Coronavirus schiebt den Sonntagsauflügen, Lehrausgängen und Exkursionen zum eigentlichen Saisonstart im GEOPARC Bletterbach am 1. Mai einen Riegel vor. Nichtsdestotrotz müssen Wissenschaftler und Laien auf die Erkundung der Schlucht nicht verzichten. Das UNESCO Welterbe im Südtiroler Unterland war beim 2nd Paleontological Virtual Congress vom 1. bis 15. Mai mit dabei und lud die Kongressteilnehmer aus aller Welt zu einer virtuellen Exkursion durch die Schlucht ein.

Coronakrise: Onlinekongresse aktueller denn je

„Normalerweise treffen sich Wissenschaftler bei Tagungen, Kongressen und Konferenzen persönlich, um über neue Erkenntnisse zu diskutieren“, erzählt die Paläontologin am Naturmuseum Südtirol Evelyn Kustatscher.

„Bereits im vergangenen Jahr hat es einen ersten erfolgreichen Versuch einer virtuellen paläontologischen Tagung gegeben“, so Kustatscher. Angesichts der Coronakrise eine Initiative, die nunmehr aktueller ist denn je. Wissenschaftler aus aller Welt schicken ihre Beiträge – Präsentationen und Videos von Vorträgen, Abstracts und andere Unterlagen – ein, die online veröffentlicht und über 2 Wochen lang konsultiert werden können. Ergänzend dazu werden „virtual fieldtrips“ organisiert.

Südtirol mit Exkursion in die Bletterbachschlucht dabei


Über ein Kurzvideo war Südtirol mit einer Exkursion in die Bletterbachschlucht beim 2. virtuellen Kongress der Paläontologen mit dabei. „Aus verschiedenem Archivmaterial des Naturmuseum Südtirol und des GEOPARC Bletterbach (Fotos, Videosequenzen, Grafiken) haben wir eine etwa 20-minütige virtuelle Führung durch die Schlucht veranschaulicht“, erklärt Bletterbach-Präsident Peter Daldos.

Die Fachwelt zeigte sich begeistert, so etwa Paul Kendrik,
Chef der Sektion Paläobotanik am Naturhistorischen Museum in London, der die virtuelle Führung lobte.

Präsident Peter Daldos blickt indes in die Zukunft und meint, „diesen Film können wir auch im Besucherzentrum in Aldein und im GEOMuseum Radein zeigen, sollten wir in absehbarer Zeit den GEOPARC zwar öffnen, aber noch keine Führungen anbieten dürfen.“ .

Daher steht der Kurzfilm zusätzlich zur englischen Version auch mit deutschen und italienischen Begleittexten zur Verfügung und soll sobald als möglich vertont werden.

Wissenschaftlicher Austausch trotz Lockdown und Ausgangssperre

„Das Projekt zeigt auf, wie der internationale wissenschaftliche Austausch trotz Lockdown und Ausgangssperre weitergehen kann“, freut sich der Direktor des Naturmuseums Südtirol David Gruber über die gelungene Zusammenarbeit.

„Virtual fieldtrips können zwar den persönlichen Kontakt und die Eindrücke vor Ort nicht ersetzen, sind aber eine gute Möglichkeit seinen Horizont von zuhause aus zu erweitern – nicht nur in Coronazeiten und nicht nur für Wissenschaftler“, so Gruber.

stol