Eine Welt für sich: Im britischen Königshaus und beim Adel des Landes haben Titel noch immer eine ganz besondere Bedeutung. <BR /><BR /><BR />Eines gleich vorweg: Die Titel „Queen“ und „King“ sowie „Prince“ und „Princess“ stehen außerhalb des britischen Adelssystems und werden ausschließlich von Nachkommen des Monarchen getragen. Also aktuell von den Kindern, Enkeln und Ur-Enkeln von Queen Elizabeth II. (95). Es gibt aber auch Ausnahmen. Etwa die Kinder von Queen-Tochter Anne (61), Zara Tindall (40) und Peter Phillips (44). Anne konnte als Frau den royalen Titel nicht automatisch weitergeben. Als ihr die Königin anbot, Zara und Peter in den Prinzessinnen- und Prinzenstand zu erheben, lehnte Anne ab, weil sie den beiden ein normales Leben bieten wollte. Prinz Edward (57) und seine Frau Sophie Rhys-Jones (56) folgten Annes Beispiels. <BR /><BR />Der Ehegatte einer britischen Königin, wie es der verstorbene Philip über 70 Jahre lang war, trägt ebenfalls den Titel. Die Ehefrau eines Kronprinzen, der zum König wird, wird hingegen „Queen Consort“ genannt. Es wird in Großbritannien also nie eine Queen Camilla oder Queen Catherine geben. <BR /><BR /><b>2 Stufen des Adels</b><BR /><BR />Relativ neu – aus dem Jahre 2012 - ist die Regelung, dass alle Kinder des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales, aktuell Prinz William (39), automatisch zu Prinzen und Prinzessinnen werden – also Prinz George (8), Prinzessin Charlotte (6) und Prinz Louis (3). Die Kinder des zweitgeborenen Prinzen, Harry (36), Archie (2) und Lilibet Diana (einen Monat alt), erhielten bei ihrer Geburt hingegen die Titel „Earl“ und „Lady“.<BR /><BR />Parallel zum Königshaus existiert in Großbritannien natürlich auch der Adel – eingeteilt in „Nobility“ (Hochadel), auch „Peerage“ genannt, und „Gentry“ (Landadel). Die Söhne eines Monarchen sind nicht automatisch Mitglieder der „Peerage“, erhalten aber normalerweise spätestens bei der Hochzeit entsprechende Titel verliehen – sehr oft aus politischen Gründen, oft des Prestiges willen, weniger aus finanziellem Interesse.<BR /><BR />Großbritannien teilt seine „Peerage“ in 5 Ränge ein: „Duke“ und „Duchesse“, „Marquess“ und „Marchioness“, „Earl“ und „Countess“, „Viscount“ und „Viscountess“ sowie „Baron“ und „Baroness“. <BR />Die ranghöchsten Adelstitel sind die des „Duke“ (Herzog) und der „Duchess“ (Herzogin). Großbritannien hat Dutzende florierende Herzogtümer, 5 davon werden derzeit von der königlichen Familie gehalten und als „Royal Dukedom“ bezeichnet. <BR /><BR /><b>„Duke of Edinburgh“</b><BR /><BR />Die gegenwärtigen Royal Dukedoms sind „Duke of Cambridge“ (Prinz William, seit 2011), „Duke of Sussex“ (Prinz Harry, seit 2018), „Duke of York“ (Prinz Andrew, 60, seit 1986), „Duke of Gloucester“ (Prinz Richard, 77, ein Cousin der Königin, seit 1928) und „Duke of Kent“ (Prinz Edward, 87, ebenfalls ein Cousin der Queen, seit 1934). Prinz Charles führt außerdem die Zweittitel „Duke of Cornwall“ (dieser Titel ist mit echtem Besitz, der Duchy of Cornwall, verbunden), „Duke of Rothesay“ und „Duke of Edinburgh“ (seit dem Tod seines Vaters Philip).<BR /><BR />Der Titel „Duke of Edinburgh“ sollte nach der Thronbesteigung Charles' an seinen jüngsten Bruder Prinz Edward übergehen, der aktuell einen weitaus niedrigeren Adels-Rang als seine Brüder belegt. Das hatte der Buckingham Palace bekannt gegeben, als Edward 1999 heiratete. Auch Philip hatte Edward als Wunschkandidaten für seine Nachfolge genannt. Charles soll als künftigen „Duke of Edinburgh“ aber nicht seinen kleinen Bruder, sondern seinen Enkel Louis ins Auge gefasst haben. Damit würde Prinz Charles das Versprechen seines Vaters und des Palastes brechen.<BR /><BR /><b>Charles will Königsfamilie verkleinern</b><BR /><BR /> Bereits seit Jahren geht das Gerücht um, der zukünftige König Großbritanniens soll sich eine verkleinerte Struktur der Königsfamilie wünschen – so wie es der schwedische König Carl XVI. Gustaf (75) vorgemacht hat. Demnach würden lediglich Charles selbst, Herzogin Camilla (73) und Williams Familie als arbeitende Royals gelten und offizielle Titel tragen. Das Problem ist demnach nicht Prinz Edward, sondern die Weitergabe des Titels an dessen Sohn James, Viscount Seven (13). Dieser wird gerade auf ein Leben außerhalb der königlichen Familie erzogen. Prinz Louis hingegen wird voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten zu einem arbeitenden Royal heranwachsen, und der Titel „Duke of Edinburgh“ würde somit innerhalb der Senior Royals erhalten bleiben. <BR /><BR /><b>Edward hat niedrigen Adels-Rang</b><BR /><BR />Hinter den Herzögen folgen im britischen Adelsstand der „Marquis“ und die „Marquise“ (aus dem Französischen „Markgraf“ und „Markgräfin“). Der Titel wurde für Personen in den walisischen und schottischen Grenzgebieten geschaffen. Der aktuell höchste Marquis in England ist Nigel George Paulet, 18. Marquis von Winchester. Auf Platz 3 rangieren der „Earl“ und die „Countess“, der Graf und die Gräfin. Der bekannteste Graf von Großbritannien ist Queen-Sohn Edward. Er trägt den Titel „Earl of Wessex“. Der vierte Rang des britischen Adelsstandes befinden sich der „Viscount“ und die „Viscountess“, frei übersetzt „Burggraf“ und „Burggräfin“.<BR /><BR />Der niedrigste der 5 höheren Adelstitel lautet „Baron“ oder „Baroness“. Einige Mitglieder der königlichen Familie tragen diesen Titel neben hochrangigeren. Charles etwa ist „Baron of Renfrew“, Andrew „Baron von Killyleagh“. Prinz William trägt aus politischen Gründen gar 3 Adelstitel, die auf 3 Teile des Landes hinweisen: „Duke of Cambridge“ (für England), „Earl of Strathearn“ (für Schottland), „Baron Carrickfergus“ (für Nordirland). Wird sein Vater Charles König, kommt auf der vierte Landesteil hinzu: Wales. Denn der Kronprinz erhält automatisch den Titel „Prince of Wales“.<BR />