Donnerstag, 15. März 2018

Walter Battisti: Mit alten Augen neu

Stillleben nach altmeisterlicher Manier in der Galerie Prisma: Der Fokus in der Ausstellung ab dem 16. März von Walter Battisti ist auf die Malerei gerichtet. Der Wahldresdner, der in Bozen geboren und aufgewachsen ist widmet sich seit Jahrzehnten intensiv der Recherche zur Tradition in der Malerei.

Der Wahldresdner, der in Bozen geboren und aufgewachsen ist widmet sich seit Jahrzehnten intensiv der Recherche zur Tradition in der Malerei.
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Der Wahldresdner, der in Bozen geboren und aufgewachsen ist widmet sich seit Jahrzehnten intensiv der Recherche zur Tradition in der Malerei.

Seine kleinen und großformatigen Stillleben sind der historischen Manier der Alten Meister entlehnt. Die Suche ist jene nach klassischen, fast formelhaft vereinfachten Kompositionen. Aus einer monochrom anmutenden, farblichen Tiefe heraus wirken die präzis gemalten Gegenstände aus dem Alltag, wie Vasen, ausgestopfte Tauben oder Blumen wertvoller. Objekte wie ein Fächer oder eine alte Geige mit dem Davidstern hingegen schaffen historische Bezüge. Die Faltwerke wie Papierschiffe und Papierflugzeuge sind metaphorisch zu verstehen. Sie lassen sich unter anderem auf das Meistergedicht „Das Trunkene Schiff“ von Arthur Rimbaud zurückführen.

Die Selbstportraits sind Selbstreflexionen. Der Künstler mit mondartigem Heiligenschein und schwarzem Pelz lässt sich auf Albrecht Dürers um 1500 gemalten Selbstbildnis zurückführen. Andere Selbstbildnisse reflektieren biographische, real-politische oder soziale Zustände und sind getragen vom Willen, sich darüber hinaus als Fragen stellendes Individuum zu behaupten.

- Foto: SKB

„Spiegelbilder“ - Spontane Malerei 

Neben den in Öl ausgeführten Stillleben und Selbstporträts zeigt Battisti in der Ausstellung Bilder, die er seit Jahrzehnten immer wieder aufgreift. Der Name dafür ist „Spiegelbilder“. In der Auswahl der ausgestellten Werke soll eine Entwicklungslinie aufgezeigt werden, die bezeugt, wie wichtig es ist eine künstlerische Richtung über Jahre zu verfolgen.

Diese „Spiegelbilder“ lassen sich einerseits auf Justinus Kerner zurückführen, der dafür den Namen Klecksographien gebrauchte. Anderseits gibt es Bezüge zu Jackson Pollocks „Action Painting“. Nur werden die auf den Boden mit Farbe gefüllten Bildflächen noch gefaltet und in ein Wasserbad gelegt. Beim Auseinanderfalten ergibt sich die atmosphärisch aufgeladene Spiegelung. Weiter werden Arbeiten auf Papier gezeigt, die Walter Battistis Arbeitsweise der Anfänge seines Kunstschaffens aufzeigen sollen. Es ist eine spontane Malerei, das Bild ergibt sich während des künstlerischen Arbeitsprozesses. Gefundene Lösungen werden wiederholt. Ursprung dieser Malereien ist die eigene Befindlichkeit in der Welt.

Kunst wird in diesen genannten Merkmalen die Suche nach einer an vergangenen Zeiten orientierten Ursprünglichkeit. Der Hauptbezug dieses Erneuerungswillens liegt jedoch letztendlich in der Tradition begründet.

Leben von Walter Battisti 

Walter Battisti wurde 1968 in Bozen geboren. Er besuchte 1983-87 die Kunstschule in St. Ulrich und begann 1999 sein Studium an der HfBK in Dresden im zweijährigem Grundstudium. Nach erfolgtem Diplom im Jahre 2005 war er noch zwei Jahre Meisterschüler.

Auch nach dem Studium hat Walter Battisti sein Leben auf die Kunst ausgerichtet. Er schreibt unter anderem kunstgeschichtliche Abhandlungen über Albrecht Dürer.

Erschienen ist zudem ein Hörbuch, das sich mit der Schlacht von Stalingrad auseinandersetzt.

Weiter organisiert er Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Rathaus und der darin befindlichen Galerie 2. Stock. Hierfür wurde die „freie Künstlergruppe 12 Nischen“ gegründet. Zurzeit ist die Zweite von vier Ausstellungen des Konzeptes „Bild Welt – Welt Sicht“ in der Galerie im Rathaus zu sehen. Mitbeteiligt sind auch zwei Südtiroler Künstler mit Dresden-Bezug: Cornelia Lochmann und William d´Alessandro.

stol

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