Donnerstag, 29. April 2021

Welttag des Tanzes: „Tanz, tanz, tanz, sonst bist du verloren!“

Getanzt wird auf der ganzen Welt und das vor allem am 29. April, dem Welttag des Tanzes. Zu diesem Anlass haben wir mit der Südtiroler Tänzerin und Choreografin Sarah Merler über ihre Liebe zum Tanzen, die Bedeutung von Tanz und die Tanzkultur in Südtirol gesprochen.

Sarah Merler.
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Sarah Merler. - Foto: © Georg Khuen Belasi
Ihre Leidenschaft zum Tanzen entdeckte Sarah Merler, geboren 1993 in Brixen, recht früh. Schon als kleines Kind war sie fasziniert von den Tänzern und Tänzerinnen im TV, sagte sie gegenüber STOL. Mit 7 Jahren ging sie erstmals in die Ballettstunden und führte das Training begeistert fort.



Während ihrer Oberschulzeit absolvierte sie ein Auslandsjahr in Pennsylvania (USA). Dort verbrachte sie nahezu jeden Nachmittag in einer angesehenen Tanzschule und ihr wurde klar, dass es genau das war, was sie möchte. Tanzen, tanzen tanzen. Nach der Matura führte sie dieser Wunsch nach Wien und sie studierte Klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Privatuni „MUK“ (Musik- und Kunst- Privatuniversität der Stadt Wien) .




Zwischen Wien und Bozen arbeitet die freischaffende Tänzerin seit ihrem Abschluss 2016 an verschiedenen Projekten frei nach dem Motto der deutschen Tanzikone Pina Bausch „Tanz, tanz, tanz, sonst bist du verloren.“ Derzeit bereitet sich Merler auf den Neustart vor. Vergangenen Freitag gingen die VBB-Proben für das Musical „I feel love“ mit Hits von Giorgio Moroder zu Ende. Die Premiere soll im September stattfinden. Außerdem hat sie ab nächster Woche zusammen mit ihrer Tanzkollegin Sabrina Fraternali eine 15-tägige Residency im Theater St. Jakob/Bozen.




Was Tanz für die Tänzerin bedeutet? „Tanz ist meine Leidenschaft, meine Berufung und Beruf. Der Tanz ist ein wunderbares, klar verständliches Ausdrucksmittel, das nicht durch Sprache begrenzt ist. Das ist es, was mich fasziniert. Es gibt keine Barrieren. Gerade im mehrsprachigen Südtirol ist dies eine wunderbare Möglichkeit, um non-verbal zu kommunizieren.“

„Und das Tanzen komme bei den Südtirolern gut an, wir sind ein tanzfreudiges Volk“, so Merler. „Wie überall auf der Welt haben wir hier ja mit dem Volkstanz und dem Schuhplatteln auch unsere eigenen Tänze.“ Was den zeitgenössischen Tanz betrifft, zeigten die Südtiroler aber oft noch etwas Scheu. Merler erkenne eine gewisse Barriere und habe erfahren, dass viele Angst davor haben, diese Ausdrucksform möglicherweise nicht zu verstehen. „Hierzu kann ich nur sagen: Ich wünsche mir und lade alle dazu ein, dieser Art von Tanz offen zu begegnen und sich das einfach ohne Erwartungshaltung mal anzusehen, sich eine Meinung dazu zu bilden, indem man es hautnah erfährt.“




Dazu hat jeder bald die Gelegenheit, die Kultur startet nach der Corona-Zwangspause endlich durch. Sarah Merler weist auf diesen Neustart – zusammen mit 71 weiteren Südtiroler Künstlerinnen und Künstlern – derzeit in der Plakataktion „Gesichter der Kultur“ hin.

Zum Welttag des Tanzes hier noch ein Video, das Lust auf mehr macht: Profitänzer Massimo Sinato und seine Frau Rebecca Mir bei einem leidenschaftlichen Tango.

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