Mittwoch, 26. Februar 2020

Wienbibliothek zeigt bisher unbekannte Beethoven-Komposition

Musiker waren im Lauf der Geschichte in der Regel auf Verlage angewiesen, um ihre Werke zu veröffentlichen. Dies galt auch für Ludwig van Beethoven. Die Wienbibliothek setzt sich nun mit dieser Thematik in der Ausstellung „Beethoven und seine Verleger“ auseinander. Bei der Eröffnung am Donnerstag gibt es eine Premiere - ein bis dato unbekanntes Klavierstück Beethovens wird uraufgeführt.

Uraufführung der 16 Takte bei der Eröffnung am Donnerstagabend.
Uraufführung der 16 Takte bei der Eröffnung am Donnerstagabend. - Foto: © WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS
Die Musiksammlung der Wienbibliothek verfügt über „einige Musikautographen, eine beachtliche Anzahl an Briefen Beethovens sowie Erst- und Frühausgaben“, erzählte der Leiter der Wienbibliothek-Musiksammlung und Kurator der Ausstellung, Thomas Aigner, im APA-Gespräch. Daraus habe sich das Thema der Ausstellung ergeben. „Wir wollen zeigen, welche Probleme sich damals ergeben haben. Wie Musikverleger gearbeitet haben, wie der Komponist mit dem Verleger zusammengearbeitet hat, welche Streitpunkte es gab oder wie die Bezahlung ausgesehen hat.“

Zu sehen gibt es Original-Briefe Beethovens, die ob der schwer entzifferbaren Handschrift transkribiert wurden. Ebenfalls ausgestellt ist die Partitur „Zur Weihe des Hauses“. Dabei handelt es sich um das Eröffnungsstück für das durch Joseph Kornhäusel anstelle des abgerissenen Altbaus neu errichtete Theater in der Josefstadt. Sie stammt aus dem Jahr 1822 und zählt zu den „wertvollsten Einzelstücken in der Bibliothek“.

Bisher unbekanntes Klavierstück

Offiziell eröffnet wird die Schau am Donnerstagabend mit einem ganz besonderen Programmpunkt: Im Rahmen der Feier kommt es auch zur Uraufführung eines bis dato nicht bekannten Klavierstückes, das von Beethoven komponiert worden war. Ein Fragment der Komposition wurde im Jänner von Jochen Reutter, dem Leitenden Redakteur des Verlages „Wiener Urtext Edition“, in einem Sammelmanuskript entdeckt, das mehrere Kompositionen und Skizzen aus der Jugendzeit Beethovens enthielt.

Das entdeckte Stück umfasst 16 Takte. „Es klingt ein wenig wie ein Ländler, steht aber im 6/8-Takt. Das ist ungewöhnlich für ein Ländler“, beschrieb Aigner. Das Sammelmanuskript samt dem bisher unbekannten Fragment ist in der Ausstellung zu sehen.

Interessierte können beim Fest am Donnerstagabend bei freiem Eintritt dabei sein. Dieses findet in den Räumlichkeiten der Musiksammlung der Wienbibliothek statt. Aber, so warnte Aigner: Es werde mit einem großen Andrang gerechnet und das Platzangebot sei beschränkt. Die Beethoven-Ausstellung selbst startet dann am Freitag läuft bis 30. Oktober. Sie kann kostenlos besucht werden.


apa