Gemeinschaftshäuser, Gemeinschaftskrankenhäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen und die neue Gesundheitshotline 116117 bringen die Versorgung näher zu den Menschen in Südtirol.Die Gesundheitsversorgung in Südtirol verändert sich und wird zukunftssicherer: Mit den neuen Einrichtungen der wohnortnahen Gesundheitsversorgung entstehen zusätzliche Angebote direkt in den Gemeinden und Bezirken. Ziel ist es, medizinische, pflegerische und soziale Leistungen näher zu den Menschen zu bringen, Wege zu verkürzen und die richtige Versorgung am richtigen Ort anzubieten. Die Gemeinschaftshäuser ergänzen dabei die bewährten Angebote von Hausärztinnen und Hausärzten sowie Krankenhäusern. Gleichzeitig helfen neue Strukturen wie Gemeinschaftskrankenhäuser, die wohnortnahen Einsatzzentralen und die Gesundheitshotline 116117 dabei, Patientinnen und Patienten besser durch das Gesundheitssystem zu begleiten.Das neue Versorgungsnetz in ZahlenStrukturDatenFunktionGemeinschaftshäuser12 Standorte bis 2028Vernetzte Gesundheits- und Sozialangebote nah am WohnortGemeinschaftskrankenhäuser3 neue EinrichtungenUnterstützung beim Übergang zwischen Krankenhaus und ZuhauseWohnortnahe Einsatzzentralen (WONE)5 StandorteKoordination der Betreuung im HintergrundGesundheitshotline116117Beratung und Orientierung rund um die Uhr Der Hintergrund: Warum verändert sich die Gesundheitsversorgung?Eine gesundheitliche Frage, eine kleine Verletzung oder die Betreuung einer chronischen Erkrankung führen nicht immer zum gleichen Ansprechpartner. Für viele Menschen ist es manchmal schwierig zu wissen, wohin sie sich wenden sollen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an das Gesundheitssystem: Die Bevölkerung wird älter, immer mehr Menschen leben mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Atemwegserkrankungen. Diese Patientinnen und Patienten brauchen häufig eine langfristige und gut abgestimmte Betreuung.Mit den neuen Einrichtungen wird die wohnortnahe Versorgung gestärkt. Medizinische, pflegerische und soziale Angebote werden besser miteinander verbunden. Die Krankenhäuser können sich dadurch noch stärker auf schwere Erkrankungen und Notfälle konzentrieren.Das Ziel lautet: Die Menschen sollen die richtige Versorgung am richtigen Ort erhalten.Abbildung 1: Gemeinschaftshaus als integriertes Versorgungsmodell, in dem Gesundheits-, Pflege-, Sozial- und Verwaltungsleistungen unter einem gemeinsamen Dach vernetzt zusammenwirken und konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stellen.Was sind die neuen Einrichtungen der wohnortnahen Gesundheitsversorgung?Was ist ein Gemeinschaftshaus?Ein Gemeinschaftshaus ist eine Weiterentwicklung des Gesundheits- und Sozialsprengels. Dort werden verschiedene Angebote an einem Ort zusammengeführt.Bürgerinnen und Bürger finden dort je nach Standort unter anderem:· Betreuung durch Hausärztinnen und Hausärzte· fachärztliche Untersuchungen· einfache diagnostische Leistungen· Krankenpflegeleistungen wie Blutabnahmen oder Hauskrankenpflege· Therapien wie Physiotherapie, Logopädie oder Diätologie· soziale Beratung und Unterstützung· psychologische oder familienbezogene Beratungsangebote Ein wichtiger Bestandteil ist das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD). Dort können Menschen bei Beschwerden Hilfe erhalten, die zwar rasch abgeklärt werden müssen, aber keinen Notfall darstellen. Dazu gehören beispielsweise:· kleinere Verletzungen· oberflächliche Wunden· Insektenstiche· Fieber· Hautreizungen· kleinere Schmerzen oder BeschwerdenDas Ambulatorium ersetzt nicht den Hausarzt und nicht die Notaufnahme. Es ergänzt die bestehenden Angebote und hilft dabei, für jede Situation die passende Anlaufstelle zu finden. Gemeinschaftskrankenhäuser: Unterstützung zwischen Krankenhaus und ZuhauseGemeinschaftskrankenhäuser sind keine Krankenhäuser im klassischen Sinn. Dort stehen sogenannte Intermediärbetten zur Verfügung.Sie sind für Menschen gedacht, die keine intensive Krankenhausbehandlung mehr benötigen, aber noch medizinische und pflegerische Betreuung brauchen.Das kann zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall sein, bevor die Rückkehr nach Hause möglich ist.Es kann aber auch sein, dass Menschen, die zuhause betreut werden, vorübergehend gesundheitliche Betreuung in einem Intermediärbett benötigen. Solche Patientinnen und Patienten können von der Hausärztin / vom Hausarzt in ein Gemeinschaftskrankenhaus eingewiesen werden.Die Gemeinschaftskrankenhäuser verbinden die stationäre Versorgung mit der Betreuung vor Ort und helfen dabei, Krankenhausbetten für jene Patientinnen und Patienten freizuhalten, die sie dringend benötigen.Die ersten Einrichtungen gibt es bereits in Bozen und Meran, eine weitere wird in Neumarkt entstehen. Wohnortnahe Einsatzzentralen: Unterstützung im HintergrundNicht immer ist die Organisation der weiteren Betreuung nach einem Krankenhausaufenthalt einfach. Genau hier unterstützen die wohnortnahen Einsatzzentralen (WONE).Sie koordinieren im Hintergrund den Übergang zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen – zum Beispiel vom Krankenhaus zurück nach Hause, in den Sprengel oder bei Bedarf in eine andere Betreuungseinrichtung.Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Sie müssen sich nicht selbst an die WONE wenden. Wenn Unterstützung notwendig ist, wird sie von den zuständigen Ärztinnen, Ärzten oder Diensten eingebunden.In Südtirol gibt es fünf wohnortnahe Einsatzzentralen: Bozen, Neumarkt, Meran, Brixen und Bruneck. Gesundheitshotline 116117Nicht jede gesundheitliche Frage ist ein Notfall. Mit der neuen Rufnummer 116117 erhalten Bürgerinnen und Bürger künftig eine zentrale Anlaufstelle für nicht dringende medizinische Anliegen – rund um die Uhr.Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen die Anrufe entgegen, geben erste Informationen und helfen dabei, die passende Versorgung zu finden. Je nach Anliegen erfolgt die Weiterleitung zum Beispiel an die Hausärztin oder den Hausarzt, an ein Gemeinschaftshaus oder – bei Bedarf – an weitere Gesundheitsdienste.Bei akuten Notfällen bleibt weiterhin die Notrufnummer 112 die richtige Anlaufstelle.Die Gesundheitshotline 116117 startet ab Spätsommer 2026 zunächst als Pilotprojekt im Gesundheitsbezirk Bozen und soll anschließend schrittweise auf ganz Südtirol ausgeweitet werden. Wohin bei medizinischen Problemen?Mit den neuen Angeboten wird die Gesundheitsversorgung in Südtirol vielfältiger. Damit Bürgerinnen und Bürger schnell die passende Hilfe finden, ist entscheidend zu wissen: Welches Anliegen gehört wohin? Nicht jede gesundheitliche Beschwerde ist ein Notfall. Während bei lebensbedrohlichen Situationen weiterhin die Notrufnummer 112 zuständig ist, stehen für andere Anliegen Hausarzt, Gemeinschaftshaus, Notaufnahme und künftig auch die Gesundheitshotline 116117 zur Verfügung.Die Übersicht zeigt, welche Anlaufstelle in welcher Situation die richtige ist.Abbildung 2: Orientierungshilfe für medizinische Anliegen: Wohin bei medizinischen Problemen? Ein neues System braucht Zeit und OrientierungDie neuen Einrichtungen verändern die Gesundheitsversorgung Schritt für Schritt. Wie bei jeder großen Veränderung braucht es Zeit, bis neue Angebote bekannt sind und im Alltag genutzt werden.Bereits heute leisten die Gemeinschaftshäuser einen wichtigen Beitrag: Sie übernehmen die Betreuung vieler Menschen mit weniger dringenden Beschwerden und unterstützen damit auch die Krankenhäuser.Besonders in Zeiten hoher Belastung – etwa während der Sommermonate mit vielen zusätzlichen Patientinnen und Patienten – zeigt sich die Bedeutung zusätzlicher wohnortnaher Angebote.Entscheidend ist eine klare Information: Die Menschen sollen wissen, welche Anlaufstelle für welches Anliegen geeignet ist.Denn das gemeinsame Ziel aller Beteiligten lautet:Die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wie gehe ich richtig vor?Abbildung 3: Orientierungshilfe für die Wahl der passenden medizinische Versorgung Mehr erfahrenAlle Informationen zu Standorten, Öffnungszeiten und Angeboten der wohnortnahen Gesundheitsversorgung finden Sie online:gesundheit.provinz.bz.it Quelle: Ressort Gesundheitsvorsorge und Gesundheitzum Artikel der Gemeinde