Liebe Kaltererinnen und Kalterer, In den vergangenen Wochen haben mich unzählige Kaltererinnen und Kalterer auf das Thema Tertiarkloster Kaltern angesprochen – in Sprechstunden, auf der Straße, bei Veranstaltungen oder im persönlichen Gespräch. Die Fragen sind unterschiedlich, zeigen aber eines deutlich: Die Menschen wollen wissen, wie die Zukunft dieses besonderen Gebäudes aussehen soll und welche Auswirkungen eine neue Nutzung auf unser Dorf haben wird.Diese Fragen müssen wir ernst nehmen.Die Gemeinderatsdebatte hat gezeigt, dass noch vieles offen ist: Wie soll das Kloster künftig genutzt werden? Wie viele Wohnungen entstehen und für wen? Wie wird der Bedarf der Kalterer Bevölkerung berücksichtigt? Welche Rolle übernimmt die Gemeinde – finanziell, organisatorisch oder bei der Infrastruktur? Welche Auswirkungen hat die Nutzung auf das Umfeld und das Zusammenleben? Und welche Nutzungen, bieten für Kaltern langfristig einen größeren Mehrwert?Das sind berechtigte Fragen, die man nicht mit dem Etikett „Angstmache“ erledigen kann. Gerade bei einem historischen und wertvollen Gebäude müssen sie gestellt werden.Auch die Rolle der Gemeinde und die Frage, wie soziale Verantwortung, die Interessen der Bevölkerung und gute Integration miteinander verbunden werden können, müssen geklärt werden.Unsere Wortmeldungen im Gemeinderat sind nicht aus dem Nichts entstanden. Sie spiegeln Anliegen wider, die Bürgerinnen und Bürger an uns herangetragen haben. Ein Gemeinderat muss solche Fragen offen diskutieren können – auch wenn sie unbequem sind.Es geht ausdrücklich nicht darum, Menschen nach Herkunft, Religion oder Kultur zu beurteilen. Es geht darum, vor einer weitreichenden Entscheidung Fakten zu kennen und die Folgen ehrlich abzuwägen.Deshalb halte ich es für falsch, einzelne Aussagen aus einer längeren Debatte herauszugreifen und daraus nachträglich einen politischen Skandal zu versuchen, wie es eine Minderheitenliste versucht.Ich bin bereit, mich diesen offenen Fragen zu stellen. Denn Bürgernähe bedeutet für mich, zuzuhören, Anliegen ernst zu nehmen und die beste Lösung für Kaltern zu suchen. Christoph Pillon, Bürgermeister zum Artikel der Gemeinde