Liebe Kaltererinnen und Kalterer, Ich durfte kürzlich eine spannende Veranstaltung im Südtiroler Landtag mitverfolgen. Unter dem Titel „Südtirol im Spannungsfeld von Erfolg, Wandel und Zukunft“ diskutierten Persönlichkeiten mit Südtiroler Wurzeln, die ihren Weg außerhalb des Landes gemacht haben – und genau dieser Blick von außen hat gutgetan.Denn eines wurde schnell klar: Südtirol steht hervorragend da: wirtschaftlich stark, mit hoher Lebensqualität. Und trotzdem wächst die Unzufriedenheit. Ein scheinbarer Widerspruch, der nachdenklich macht.Der bekannte Moderator Markus Lanz brachte es auf den Punkt: Südtirol sei „ein Opfer seines eigenen Erfolgs“. Was zunächst paradox klingt, beschreibt ein echtes Spannungsfeld. Der wirtschaftliche Aufstieg hat vieles ermöglicht, aber auch neue Herausforderungen geschaffen: steigende Lebenshaltungskosten, Druck auf den Wohnraum und die Frage, wie es weitergeht.Auch Bahn-CEO Evelyn Palla betonte, dass Erfolg alleine nicht genügt. Es brauche Perspektiven und Rahmenbedingungen, die Entwicklung ermöglichen.Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, den Blick stärker auf das Handwerk zu richten. Eine gute Ausbildung in diesem Bereich verdient mehr Wertschätzung, weil hier nicht nur Berufe gelernt werden, sondern echte Zukunftsperspektiven entstehen.Was mich besonders beschäftigt hat: Es fehlt zunehmend eine gemeinsame Vorstellung davon, wohin sich unser Land entwickeln soll. Wohlstand ist vorhanden, aber eine klare Vision für die Zukunft scheint uns manchmal abhandengekommen zu sein.Vielleicht liegt genau hier unsere Aufgabe – nicht nur in der Politik, sondern als Gesellschaft insgesamt. Wieder stärker darüber zu sprechen, was wir wollen und wie wir den Erfolg auch in Zukunft sichern und gerecht gestalten können.Der Blick von außen hat uns an diesem Abend einen Spiegel vorgehalten. Jetzt liegt es an uns, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.Euer BürgermeisterChristoph Pillonzum Artikel der Gemeinde