Ein Papierstreifen quer über dem Brunecker Rathausplatz machte am Equal Pay Day den Anschein eines endlos langen überdimensionalen Kassenbons – symbolisch gar nicht so weit hergeholt, denn hier wurde im wahrsten Sinne des Wortes abgerechnet - mit geschlechtsspezifischer Entgeltdiskriminierung und ungleicher Bezahlung.Ob Frau oder Mann, jung oder alt – der lange Papierstreifen, der am vergangenen Freitagvormittag anlässlich des Equal Pay Day am Brunecker Rathausplatz ausgelegt war, war für niemanden zu übersehen und so manch einer konnte sich die Frage „Wos werd des, bols fertig isch?“ nicht verkneifen. Seinem Zweck gemäß füllte sich der Papierstreifen zusehends mit Gedanken, Meinungen und Aufschreien nach der längst überfälligen Lohngleichheit zwischen Männer und Frauen. Während sich viele Passanten anfangs noch verhalten zum Lesen der meterlangen Botschaften aufhielten, verspürte schlussendlich so gut wie jede und jeder den Drang, auch ihre*seine Sichtweise zum Thema zu Papier zu bringen und damit die Forderung „Entgeltdiskriminierung beenden – Gleichheit schaffen“ zu unterstützen. Zwischen Sätzen wie „Arbeitest du noch oder verdienst du schon?“ - „Ich brauche keine Blumen zum Frauentag, ich brauche Lohngerechtigkeit“ oder „Männer sind nicht mehr wert als Frauen!“ machte so manch eine ihren Unmut zum Thema auch mit einem symbolischen Mittelfinger deutlich … Aussagen und Ausdrücke, die im übertragenen Sinne eine klare Antwort auf die anfänglich, vielleicht auch rhetorisch formulierte Frage „Wos werd des, bols fertig isch?“, bieten: sobald „das“ fertig ist, soll es gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit geben!„Die vielen gesammelten Aussagen am Papierstreifen und die positiven Zustimmungen zur Aktion zeigen uns, dass der Equal Pay Day nicht nur irgendein Tag im Jahr ist, sondern dass das Thema vielen unter den Nägeln brennt – auch Männern! Es war uns ein Anliegen, das Thema so bürgernah wie möglich zu gestalten und den Bürgern so nah wie möglich zu präsentieren. Mit der Aktion am Rathausplatz sowie einem Infostand am Graben wollten wir nicht nur aufklären, sondern auch animieren, über Entgelt und Geld zu reflektieren, zu sprechen und zu schreiben. Das ist uns gelungen!“, betont Stadträtin Stefanie Peintner zufrieden. Mehr Offenheit im Hinblick auf Gehälter will man auch mit der EU-Richtlinie 2023/970 schaffen. Mit ihr wird Gehaltstransparenz ab Juni 2026 für alle EU-Mitgliedsstaaten zur Pflicht!Und der Brunecker Papierstreifen? „Der soll natürlich nicht ungenutzt bleiben, sondern wird in den nächsten Tagen gut verwertet werden!“, schickt Stadträtin Stefanie Peintner voraus. zum Artikel der Gemeinde